Der Kanton Thurgau, der in der Schweiz auch liebevoll „Mostindien“ genannt wird, ist um eine Attraktion reicher: In Arbon wurde im vergangenen Herbst das Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum MoMö eröffnet. Es ist eine einzigartige, interaktive Erlebniswelt rund um den Apfel, das traditionelle Safthandwerk und die Unternehmensgeschichte der Familie Möhl.

Christoph Möhl, Leiter Marketing und Produkteinnovationen bei der Mosterei Möhl, ist zufrieden mit dem Start des Mosterei- und Brennereimuseums MoMö in Arbon: „Wir wagten im Vorfeld keine Prognosen“, verrät er. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir von Oktober bis Ende Januar bereits 10‘000 individuelle Besucher zählen konnten. Zudem fanden im November und Dezember 129 Betriebsführungen statt.“ Auch der aktuelle Buchungsstand zeigt steil nach oben. „Schon jetzt haben sich 9000 Personen für Betriebsführungen im 2019 angemeldet“, hält Christoph Möhl, Vertreter der fünften Generation des Familienunternehmens, fest. Vor der Eröffnung des Museums seien es jährlich rund 5‘000 Personen gewesen, die an Betriebsführungen teilgenommen hätten.

Talent fürs Safthandwerk?

Das Mosterei- und Brennereimuseum MoMö versteht sich nicht als klassisches Ausstellungsmuseum. Im MoMö wird der Apfel gefeiert und mit allen Sinnen entdeckt und erlebt. In der „Mostfabrik“ wird gezeigt, wie die Safthandwerker früher das Beste aus den Äpfeln herauspressten. Diese traditionelle Saftherstellung wird mit den modernsten Verfahren von heute verglichen. Dabei kann jeder sein Talent fürs Safthandwerk gleich selber, interaktiv testen. Die Möhl-Saftprofis zeigen, wie es geht, und stehen den Museumsgästen Rede und Antwort. Brennen hingegen ist im MoMö Sache des Brennmeisters Sepp Popp. Er führt in der Mikrodestillerie des Museums alle Interessierten in die Kunst des Obstbrennens ein, gibt Tipps und teilt gerne seine „Schnaps-Ideen“. Das MoMö bietet aber auch einen Streifzug durch die Thurgauer Mostereigeschichte. Filmdokumentationen zeigen, wie in fünf Generationen seit 1895 aus einem Landwirtschaftsbetrieb mit Gasthaus der moderne Apfelsaft- und Apfelweinhersteller Möhl von heute entstand.

Brennmeister Sepp Popp erklärt die Kunst des Obstbrennens

Holzbauch-Riesen im Keller

Im Holzfasskeller des MoMö sind die grössten ovalen Holzfässer der Schweiz eingelagert – hergestellt aus Thurgauer Eichenholz. Ein einziges Fass fasst ganze 22‘000 Liter Saft. Diese Lagerstätte für Apfelweine war der eigentliche Auslöser für den Bau des neuen Museums. „Wir benötigten ein neues Holzfasslager“, führt Christoph Möhl aus. „Das baut man aus thermischen Gründen in den Boden. Uns war rasch klar, dass wir darüber ein Besucherzentrum realisieren möchten.“ Gesagt, getan. Im MoMö wird natürlich nicht nur der Wissensdurst der Besucher gestillt. Im Gastronomiebetrieb des Museums gibt es auch Apfelsaft-Spezialitäten und saisonale Gerichte aus der Region zu verkosten. Einmal pro Monat finden in der MoMö-Bar zudem Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen statt. Auch einen „Saftladen“ hat es im Museum: Dort finden sich Mitbringsel und allerhand Geschenke.

Im Holzfasskeller

Mit den Bienen fliegen

Am 1. Mai erfuhr das Mosterei-Museum bereits seine erste Erweiterung. Dann wird der Obstgarten mit verschiedenen Obstsorten, einem Spielplatz und einem Wildbienenweg fürs Publikum eröffnet. „Wir möchten die verschiedenen Wildbienen und ihre Habitate zeigen“, erläutert Christoph Möhl. Erde, Holz oder Stein – wer weiss denn schon, dass die wichtigen Blütenbestäuber an so unterschiedlichen Orten leben. Zu einem späteren Zeitpunkt möchte der Marketingleiter der Mosterei Möhl auch ein begehbares Bienenhaus realisieren und die Ausstellung zur Biene im 2. Stock des MoMö mit zusätzlichen Informationen anreichern. An frischen Ideen mangelt es jedenfalls nicht, so dass das noch junge Mosterei- und Brennereimuseum in eine lebendige Zukunft blickt.

www.thurgau-bodensee.ch

www.moehl.ch

———————– Gut zu wissen ———————–

Der Einzeleintritt für das Mosterei- und Brennereimuseum MoMö kostet CHF 9.- und ist für Kinder unter 16 Jahren in Begleitung Erwachsener kostenlos.

Öffnungszeiten:

Montag und Dienstag geschlossen.

Mittwoch: 9.00 – 18.30 Uhr

Donnerstag: 9.00 – 21.00 Uhr

Freitag: 9.00 – 18.30 Uhr

Samstag und Sonntag: 9.00 – 17.00 Uhr

Da die Ausstellung umfangreich ist, ist der letzte Museumseinlass jeweils 30 Minuten vor Schliessung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 1 bis 1,5 Stunden.

Weitere Informationen:

Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum

St.Gallerstrasse 209

9320 Arbon

www.momoe.ch

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