Genussmomente sind in Deutschlands Süden mit Slow Food, innovativen Produzenten und zahlreichen lokalen Spezialitäten garantiert. Spannende Geschichten ranken sich darum. So heissen beispielsweise die Maultaschen, die als Nationalgericht Baden-Württembergs gelten, im Volksmund «Herrgottsbscheisserle». Was sich damit auf sich hat? Ein Augenschein im Paradies für Feinschmecker.

Lokale Produkte nutzen, bewusst und genussvoll essen. Der Slow Food-Ansatz passt perfekt in die Küche von Baden-Württemberg. Diesen Geist leben zahlreiche Köche und Produzenten; zum Beispiel Stephanie Haller, seit über 14 Jahren in ihrer Genussmanufaktur «Augenschmaus & Gaumenfreuden» in Kraichtal, wenige Kilometer oberhalb von Stuttgart. «Viele meiner Kunden sagen, sie fühlen sich wie damals, als sie noch bei der Grossmutter am Tisch sassen», erzählt die Köchin. Alle ihre Produkte sind handverlesen, die Erzeuger kennt sie persönlich. «Ich will wissen, wie die Tiere aufwachsen, die ich später verarbeite», bestätigt Haller. Ein Ansatz, den auch Bernulf Schlauch als Slow Food-Regionalkoordinator in Hohenlohe unterstützt. Er stellt aus Holunder- oder Akazienblüten, Rosenblättern und Mädesüss in einem aufwändigen Verfahren einen Schaumwein namens Blütensekt her. «Die Weine brauchen eben ihre Zeit, bis sie ihren vollen Geschmack entfaltet haben», kommentiert Schlauch die zeitintensive Herstellung.

Innovation und Tradition

Stephanie Haller und Bernulf Schlauch sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, wie aktuelle und nachhaltige Essenstrends in Baden-Württemberg gelebt werden. Auch seit Jahrhunderten bekannte lokale Spezialitäten lassen sich auf moderne Art und Weise interpretieren – etwa die Maultasche, das Nationalgericht der Baden-Württemberger. Ein Online-Konfigurator (www.stuggi.de) liefert dazu die passenden Kombinationen und Ideen. Um die Herkunft dieser kleinen Nudelteig-Taschen rankt sich eine spannende Geschichte. Sie erklärt auch, warum die Maultaschen im Volksmund «Herrgottsbscheisserle» heissen. Aber schön der Reihe nach. Ihren Namen verdanken die Maultaschen wahrscheinlich dem Kloster Maulbronn. Die Legende besagt, dass dort im Mittelalter ein findiger Laienmönch namens Jakob in der Küche tätig war. Er fand es jeweils jammerschade, dass die Mönche des Klosters während der Fastenzeit kein Fleisch essen durften. Anstatt es zu entsorgen, entschloss er sich zu einer List. Der Mönch hackte das Fleisch klein, vermischte es mit Kräutern und versteckte es in Teigtaschen. Diese Teigtaschen wurden gekocht, serviert – und anschliessend von den Mönchen mit Heisshunger gegessen. Ob der gute Herrgott – und die Mönche – dabei wussten, dass sie «bschissen» wurden? Darüber schweigt sich die Legende leider aus.

Do-it-yourself

Hungrig geworden – und Lust auf mehr? Wir zeigen Ihnen gerne auf, wie Sie vier Personen mit Maultaschen verwöhnen können:

Für den Teig:
400 g Mehl; 4 Eier; etwas Wasser und Salz

Für die Füllung:
1–2 Brötchen (2–3 Tage alt)
150 g Hackfleisch
300 g Kalbsbrät
200 g blanchierten Spinat, gehackt
1 kleine Zwiebel, gewürfelt
2 Eier
Muskat, Salz, Pfeffer.

Für die Sauce:
Bouillon; fein gewürfeltes Gemüse; Schnittlauch.

  • Aus Mehl, Eiern, Salz und etwas Wasser einen geschmeidigen Teig kneten. Diesen mit einem Wallholz zu einem dünnen Rechteck ausrollen und ca. 20 Minuten ruhen lassen.
  • Für die Füllung die Brötchen zerteilen, in etwas heissem Wasser einweichen und anschliessend gut zerdrücken. Alle angegebenen Zutaten in einer grossen Schüssel gut vermengen und abschmecken.
  • Den Nudelteig bis auf 2cm am oberen Rand mit der Füllung ca. 0,5cm dick bestreichen und doppelt einrollen (wie eine Roulade). Den überlappenden Rand des Teigs mit Eigelb bestreichen, überklappen und gut andrücken.
  • Mit einem Messer Maultaschen abschneiden (ca. 100 g pro Maultasche). Etwa 12 Minuten zusammen mit den Gemüsewürfeln und dem Schnittlauch leicht in der Bouillon köcheln lassen und anschliessend servieren

Maultaschen

Guten Appetit!

www.tourismus-bw.de

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