Wie können uns Wälder helfen, den Klimawandel zu bekämpfen? Welche menschlichen und wissenschaftlichen Abenteuer haben zum Verständnis des kaum bekannten, aber für das globale Klima lebenswichtigen Phänomens der „fliegenden Flüsse“ geführt? Darüber informiert die Sonderausstellung „Fliegende Flüsse des Amazonasgebietes“ der Stiftung Aquatis, vom 12. Oktober 2019 bis am 28. Juni 2020, im Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne.

Der Regenwald im Amazonasgebiet ist viel mehr als CO2-Sensor und Schaufenster der Biodiversität. Sein Einfluss auf das kontinentale und globale Klima ist enorm. Ein wenig bekanntes, jedoch (über-)lebenswichtiges Phänomen in der Region sind die „fliegenden Flüsse“.

Rios voadores, die «fliegenden Flüsse» des Amazonasgebietes, sind feuchte Luftströme, die ihren Ursprung im Atlantik haben und sich auf den Kontinent zubewegen, angesaugt von beeindruckenden Dampfmassen, die durch die verdunstende Feuchtigkeit der Bäume des Regenwaldes freigesetzt werden. Die riesigen, feuchten Luftmassen strömen aus dem Amazonaswald, um sich in Regionen weit entfernt vom Äquator zu entleeren.

© Margi Moss/Brasil das Aguas

Regulator der Extreme

Die Ausstellung zeigt nicht nur die Entstehung dieser „fliegenden Flüsse“ und deren Bedeutung auf. Verdeutlicht werden die wertvollen Ökosystem-Leistungen des Amazonaswaldes als Klimastabilisator, Luftreiniger, Wasserfilter und Regulator der klimatischen Extreme. Dargestellt wird, welche fatalen Auswirkungen intensive Viehzucht und Landwirtschaft, exzessiver Holzhandel (Stichwort Brandrodungen) und massiver Bergbau auf die „fliegenden Flüsse“ haben.

Einzelheiten zum Phänomen der „fliegenden Flüsse“ basieren auf Untersuchungen des Forscherpaares Gérard und Margi Moss (Schweiz/Brasilien) und dem brasilianischen Biologen Antonio Donato Nobre.

Margi und Gérard Moss
Margi und Gérard Moss © Margi Moss

Didaktisch und einzigartig in Europa

Die „fliegenden Flüsse“ entdecken und ihren wichtigen Einfluss auf das globale Klima verstehen – das ist das primäre Ziel der Ausstellung der Stiftung Aquatis. Die umfassende, didaktische Präsentation richtet sich an ein breites Publikum. Sie bietet die einzigartige Gelegenheit, die Bedeutung des Regenwaldes im Amazonasgebiet und dessen wesentliche und komplexe Rolle für die Stabilität des geoklimatischen Systems kennenzulernen. Taktile Erlebnisse, spielerische Animationen, Illustrationen und Filme vertiefen die Inhalte.

Informationen zur Ausstellung

12. Oktober 2019 bis 28. Juni 2020

Öffnungszeiten:

Bis 31.10.2019: 9 – 18 Uhr

01.11.2019 – 31.03.2020: 10 – 18 Uhr

01.04.2020 – 31.10.2020: 9 – 18 Uhr

„Fliegende Flüsse“ wird von der Sandoz Family Philanthropic Foundation und der Gelbert Foundation unterstützt.

© Margi Moss

www.aquatis-fondation.ch

———————– Über die Stiftung Aquatis ———————–

Die 2007 gegründete gemeinnützige Stiftung Aquatis hat zum Ziel, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Forschungs- und Entwicklungsprogramme in Bereichen wie Bildung, Museumskunde, Aquariologie, Kommunikation und neue Technologien, erneuerbare Energien sowie Entwicklungszusammenarbeit werden finanziell unterstützt. Als Teil des Aquatis Aquarium-Vivarium Lausanne schlägt die Stiftung temporäre Ausstellungsprojekte, Konferenzzyklen und Bildungsaktivitäten vor und finanziert diese auch.

 

Beitragsbild: © Margi Moss

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