Genüssliche Liaison
In der Region Kraichgau-Stromberg verbinden sich Rebensaft und Architektur, sozusagen ein «Cuvée» aus Wein und Stein: Fünf Betriebe, die durch gastfreundliches Ambiente herausstechen.

In der Region Kraichgau-Stromberg verbinden sich Rebensaft und Architektur, sozusagen ein «Cuvée» aus Wein und Stein: Fünf Betriebe, die durch gastfreundliches Ambiente herausstechen.

Bei Wein lässt es sich trefflich philosophieren. Und nicht selten stösst man dabei auf eine ganze Philosophie hinter dem Wein. Zumindest in der Region nördlich des Schwarzwalds und südlich des Odenwalds trifft dieser Umkehrschluss zu. In der hügeligen Landschaft mit unzähligen Dörfern keltern die WinzerInnen mit viel Leidenschaft Spezialitäten wie Lemberger, Auxerrois, Riesling oder Spätburgunder. Und dieses Engagement prägt nicht nur die Rebberg-Terrassen zwischen Rhein und Neckar. Abseits der grossen Ballungsräume strotzt Kraichgau-Stromberg auch vor Bauwerken, die stilvolle Atmosphäre mit Genuss verbinden. Das beweisen die folgenden Betriebe mit dem Qualitätssiegel «Weinsüden Architektur». Es wird von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg verliehen und würdigt Gebäude, die Weintourismus und gelungenen Baustil auf besondere Weise vereinen.

Mitten in den Tiefenbacher Rebbergen steht ein modernes Hotel mit 31 Zimmern und Spa-Bereich. Ein süffiges Motto zieht sich als roter Faden durch das gesamte Betriebsdesign: Das erkennt man schon an der Lobby, die als Weinbibliothek gestaltet ist, oder in den beiden Restaurants. Beim Angebot zeigt sich, dass Heitlinger zu 80% auf Burgunder-Reben setzt.

Am Stadtrand von Bruchsal befindet sich seit 2015 das neue Gutsgebäude der Familie Klumpp. Im Haupttrakt punktet eine warme Raumgestaltung mit Eichenholzdielen, während die Augen der BesucherInnen über den neuen Weinpark draussen schweifen. Die rötlichen Holzstühle versinnbildlichen die verschiedenen Nuancen der ausgeschenkten Tropfen.

Ein trockener Lemberger oder doch eine Muskat-Trollinger Rosé? Egal, wofür man sich entscheidet, die Vinothek der Winzergenossenschaft Lembergerland steht für den Aufbruch in eine neue Zeit. So nimmt die Glasfassade im Mittleren Enztal gleich eine ganze Giebelfront ein, was beim Verkosten für ein Gefühl von Transparenz und Leichtigkeit sorgt.

Der Bau an der «Himmelsleiter» scheint aus dem Boden zu wachsen und über bestehenden Trockenmauern zu schweben. Verwendet wurde erdiger Cortenstahl, hinzu kommen mit vertikalen Öffnungen versehene Brüstungen, die von den umliegenden Rebstöcken inspiriert wurden. Ein gutes Ambiente, um das Wissen zum Steillagenanbau zu vertiefen.

Von der Vinothek am Ortseingang in Hessigheim aus geniessen Gäste das herrliche Panorama samt dem Neckartal mit den Terrassen des Wurmbergs. Nebst der beeindruckenden Aussicht gibt es hier aber auch Einsicht – nämlich in die lokale Produktion: Durch eine Glasplatte im Boden lassen sich die «Eisele»-Schätze des darunter gelegenen Barriquekellers bewundern.
