5 Traumstrände, die sich bequem mit dem Zug erreichen lassen


Sonne, Meer und Sand müssen nicht zwingend mit Flugstress oder langen Autofahrten verbunden sein. Lange war die Rollenverteilung klar: Wer ans Meer wollte, reiste mit dem Auto oder dem Flugzeug. Doch dieses Muster beginnt sich zu verschieben. Neben veränderten Reisegewohnheiten spielt dabei auch die geopolitische Lage rund um den Iran-Krieg eine Rolle, die bei vielen für Unsicherheit sorgt.
Parallel dazu wächst das Interesse am Zugreisen deutlich. Mehr Platz als im Flugzeug, keine Staus und die Ankunft mitten im Zentrum der Destination statt ausserhalb am Flughafen gehören zu den häufig genannten Vorteilen. Hinzu kommt, dass europäische Bahnanbieter ihr internationales Netz laufend ausbauen.
Dadurch rücken immer mehr Badeziele in Reichweite einer entspannten Bahnfahrt ab der Schweiz. Mike Jakob von Railtour hat fünf Favoriten zusammengestellt, die sich bequem mit dem Zug erreichen lassen:
Saint-Malo an der bretonischen Nordküste gehört zu den klassischen Ferienorten Frankreichs. Die von mächtigen Stadtmauern umgebene Altstadt mit ihren engen Gassen prägt das Bild, während sich nur wenige Schritte entfernt Strände zum Baden öffnen. Auch kulinarisch hat der Ort seinen Ruf – Mike Jakob meint dazu: «Noch nie habe ich bessere Moules et frites gegessen als in Saint-Malo.»
Für Badepausen empfiehlt er die Strände von Dinard auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Ab Zürich erreicht man Saint-Malo in etwa sieben Stunden per Bahn, vor Ort sorgen Fährverbindungen für zusätzliche Ausflugsmöglichkeiten.

Sylt steht für eine Mischung aus Natur, Weite und gehobenem Lebensgefühl. «Allein die Fahrt über den Hindenburg-Damm ist etwas Besonderes», sagt Jakob.
Direkt hinter dem Bahnhof Westerland beginnt der rund 40 Kilometer lange Strand der Westküste, an dem tausende Strandkörbe bereitstehen. Von der Schweiz aus dauert die Anreise rund zwölf Stunden: zunächst im Nachtzug bis Hamburg, danach weiter mit einem Umstieg Richtung Insel.

Nach längerer Pause ist Rimini wieder direkt mit der Bahn erreichbar. Ab dem 30. Mai 2026 verbindet eine saisonale SBB-Direktverbindung Zürich ohne Umsteigen mit der Adria-Stadt.
Für Railtour Suisse hat diese Verbindung auch symbolischen Charakter: Bereits in den 1970er-Jahren waren Badeferienzüge wie der «Adria Express» ein wichtiger Bestandteil des Angebots und machten Bahnreisen ans Meer populär.
Die Verbindung nach Rimini sei strategisch bedeutend, da sie ein klassisches Ferienziel mit moderner Mobilität verbinde und zugleich an die eigene Geschichte anknüpfe, so Mike Jakob. Auch Orte wie Riccione oder Cattolica seien damit gut erreichbar.

Marseille eignet sich als vielseitiger Ausgangspunkt für Reisen entlang der südfranzösischen Küste. Die zweitgrösste Stadt Frankreichs verfügt über mehrere Strände, wobei der Plage du Prophète zu den bekanntesten zählt.
Unweit der Stadt beginnt zudem das Naturschutzgebiet Calanques, das sich bis nach Cassis erstreckt. Die Küstenlandschaft mit ihren zahlreichen kleinen Buchten ist grösstenteils nur zu Fuss zugänglich. Von der Schweiz aus ist Marseille mit dem TGV in knapp viereinhalb Stunden erreichbar.
Je nach Saison verkehren direkte Züge auf der Strecke Lausanne–Marseille, ausserhalb der Direktverbindungen erfolgt die Anreise mit einmaligem Umsteigen in Lyon.

Sestri Levante an der ligurischen Küste gilt als eher ruhiger Geheimtipp zwischen Genua und den Cinque Terre. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu den beiden Stränden des Ortes.
Besonders bekannt ist die Baia del Silenzio, eine geschützte Bucht mit pastellfarbenen Häusern und mediterraner Kulisse. Sestri Levante ist mehrmals täglich mit einmaligem Umsteigen in Mailand erreichbar, ab Oktober 2026 zudem wieder mit einer täglichen Direktverbindung ab Zürich.

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