Geheimtipp im Osten
Moldawien mag klein sein. Wer das Land erkundet, wird aber oft überrascht von seinem Kulturerbe, den preisgekrönten Weingütern und der malerischen Landschaft.

Moldawien mag klein sein. Wer das Land erkundet, wird aber oft überrascht von seinem Kulturerbe, den preisgekrönten Weingütern und der malerischen Landschaft.

Moldawien ist für viele internationale Reisende noch ein relativ unbekanntes Reiseziel. Trotzdem zieht das Land zunehmend Besuchende an, die auf der Suche nach authentischen Erlebnissen, gastronomischen Genüssen, Natur und viel Gastfreundschaft sind – und das alles in kurzer Entfernung und zu günstigen Preisen. Dank seiner kompakten Grösse und guten Erreichbarkeit lässt sich Moldawien jedenfalls sowohl im Rahmen eines kurzen Städtetrips als auch als Teil einer längeren, mehrtägigen Reise erkunden. Gäste können so ein Wochenende damit verbringen, urbane Regionen zu entdecken, oder sich für ausgedehnte Programme entscheiden. In der Destination zwischen Rumänien und der Ukraine werden dabei Weintourismus, Kulturtouren und Outdoor-Aktivitäten in verschiedenen Regionen miteinander verbunden.
Chișinău, die Hauptstadt, dient als Hauptzugang zum Land und bietet eine Mischung aus grünen Stadtanlagen, Kulturstätten, Gastronomie, Weinbars und Hotels. Gäste treffen hier mal auf Architektur der Sowjetzeit, mal auf moderne Kreativität und lokale Authentizität. Sehenswert sind sicher auch die baulichen Meisterwerke des russischen Architekten Alexandru Bernardazzi: Dazu gehören etwa das Rathaus oder aber der Wasserturm von 1892, in dem heute das Stadtmuseum zu finden ist. Im Inneren befinden sich vier Hallen mit Dauerausstellungen – das älteste Exponat ist ein Tongefäss aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Ein anderer, imposanter Glockenturm thront derweil vor der Stadtkathedrale, er wurde 1996 nach alten Plänen wiederaufgebaut. Sogar neun goldene Kuppeln zieren zudem das Kloster Ciuflea von 1858. Genug von der Geschichte? Reisende können auch einfach durch die lokalen Märkte schlendern, deren Stände mit saisonalen Früchten, Käse und Blumen gefüllt sind. Dabei lässt sich gleich auch der Alltagsrhythmus des moldauischen Lebens erleben. Insgesamt ist Chișinău leicht zu erkunden und erfreut sich zunehmender Beliebtheit für kurze Städtereisen – besonders, wenn sie mit Wein- und Kulturtourismus kombiniert werden.

Der Weintourismus ist nach wie vor eine der grössten internationalen Attraktionen Moldawiens. Das Land beherbergt weltberühmte unterirdische Lager, moderne Betriebe und Boutique-Resorts, die nicht nur Weinproben und Führungen, sondern auch lokale gastronomische Erlebnisse, Unterkünfte, Wellnessangebote und Veranstaltungsmöglichkeiten anbieten. Heute heissen mehr als 35 Weingüter in ganz Moldawien Touristen willkommen. Die Weinstrassen des Landes ermöglichen es Besuchenden, dabei gleich mehrere Betriebe und regionale Erlebnisse innerhalb überschaubarer Entfernungen zu kombinieren. Gleichzeitig setzen die WinzerInnen nicht nur auf international bekannte Rebsorten wie Merlot, Pinot Noir oder Chardonnay, sondern produzieren auch Spitzenprodukte aus traditionellen moldawischen Rebsorten wie Feteasca Neagra und Rara Neagra für Rotweine sowie Feteasca Alba und Feteasca Regala für Weissweine. Diese reifen unter anderem in einigen der grössten Weinkeller der Welt – auf dem Gut Mileștii Mici sind beispielsweise über eine Million Flaschen eingelagert, und auch das Cricova-Gut verfügt über einen gewaltigen Keller.

Über den Weintourismus hinaus bietet Moldawien noch andere Möglichkeiten, um die ländlichen Gebiete kennenzulernen. Denn gleich hinter der Hauptstadt verbirgt sich einer der grössten Schätze Moldawiens: seine Landschaft. Traditionelle Dörfer, sanfte Hügel, Sonnenblumenfelder, Wälder und Flüsse bilden Regionen abseits des Massentourismus. Hier treffen Gäste auf ländliche Gästehäuser und kleine Öko-Resorts, in denen sie noch vom Krähen des Hahns geweckt werden und hausgemachte, traditionelle Küche geniessen können. Da viele Einheimische immer noch ihr eigenes Gemüse anbauen und Obst der eigenen Bäume ernten, stecken viele der hiesigen Gerichte voller Frische und Geschmack. Zu den Klassikern gehören etwa Plăcinte; diese Teigtaschen werden je nach Rezept mit Käse, Kartoffeln, Kohl, Fleisch oder Kürbis gefüllt und mit Sauerrahm serviert. Ebenfalls beliebt ist Mămăligă mit Brânză – Maispolenta mit frischem oder gesalzenem Käse. Die starke Tradition der Gastfreundschaft beschränkt sich indes nicht auf kleine Betriebe: Auch Boutique-Hotels und moderne Restaurants konzentrieren sich auf die lokale Küche und authentische Erlebnisse.

Vom gut gefüllten Tisch wieder raus in die Natur: Moldawien eignet sich auch bestens für den Aktivtourismus. Reisende finden hier zahlreiche Möglichkeiten, um auf das Land auf bewegende Weise kennenzulernen. So führen die lokalen Wanderwege durch Wälder, Kalksteinlandschaften und malerische ländliche Gegenden. Gute Adressen zum Loslaufen sind etwa das Naturschutzgebiet Orheiul Vechi mit seinen acht Routen zum Vogelbeobachten, die Prut-Klippen im Nordwesten oder aber die zentralen Wege nahe Nisporeni. Von hier aus können Wanderlustige unter anderem den Balanesti-Hügel und damit den höchsten Punkt des Landes erklimmen. Ebenfalls spannend sind die kargen Felsenlandschaften rund um Corjeuți und Fetești ganz im Norden. Derweil offenbart sich die moldawische Idylle auch während einer Kajaktour auf dem Dnister. Für eine Halbtagestour eignet sich etwa die Strecke zwischen Slobozia-Dușca flussabwärts Richtung Vadul lui Vodă. Radwege durch die Weinberge und Dörfer ermöglichen es BesucherInnen ebenfalls, die Schönheit des Landes in einem gemächlichen Tempo zu erkunden und gleichzeitig einen tiefen Einblick in die lokale Kultur zu erhalten.

Moldawien wird auch zunehmend für seine Festivals und kulturellen Veranstaltungen bekannt. Das ganze Jahr über können BesucherInnen Weinfeste, Open-Air-Konzerte, gastronomische Märkte, traditionelle Feiern und andere Events an einzigartigen Orten wie Rebbergen, Wäldern, historischen Stätten und ländlichen Anwesen entdecken. Diese Veranstaltungen vereinen Musik, Essen, Wein und lokale Traditionen in einer authentischen und einladenden Atmosphäre. Am 22. August wartet mit Opera Butuceni beispielsweise ein klassisches Musikprogramm unter freiem Himmel und vor einer spektakulären Naturkulisse. Am 5. und 6. September lohnt sich hingegen der Besuch des Autoren-Weinfestivals – der Anlass im Innenhof des Nationalen Geschichtsmuseums ist ausschliesslich kleinen Produzenten gewidmet und ermöglicht Gästen den direkten Zugang zu limitierten Auflagen.

Eine ruhigere Art, um die moldawische Kultur kennenzulernen, ist ein Besuch in den lokalen Töpferwerkstätten. Denn wenn es um eines der ältesten Handwerke der Menschheit geht, brilliert das Land mit Vielfalt vom traditionellen Motiv bis zum modernen minimalistischen Stil. Und klar können BesucherInnen hier passende Souvenirs finden. Noch tiefer tauchen Interessierte aber während eines Töpferkurses in die Materie ein. Entsprechende Workshops werden etwa in der Hauptstadt Chișinău angeboten, aber auch in Ialoveni, im Bezirk Calarasi oder bei Nisporeni wird die Messlatte in Sachen Keramik hochgelegt. Gute Erreichbarkeit, erschwingliche Preise, Authentizität, Sicherheit und Erlebnisse, die vom Massentourismus noch unberührt sind: Mit all diesen Attributen positioniert sich Moldawien als zunehmend attraktives Reiseziel für alle, die nach inspirierenden europäischen Reisezielen suchen.

Diese Inhalte wurden im Rahmen des BRIDGE-Exportförderungsprogramms entwickelt. Das Programm wird von der Moldova Investment Agency durchgeführt und aus dem Staatshaushalt kofinanziert.
