Die Dents du Midi tragen einen Namen, der hängen bleibt. Vielleicht, weil er so direkt, fast bissig ist: «Zähne des Mittags». Sieben Gipfel, die sich wie eine leicht schiefe Kette in den Himmel schieben, kein glattes Alpenbild, eher ein Gebiss aus Gestein. Wenn die Sonne darüberstreicht, blitzen sie nicht geschniegelt, sondern charaktervoll – als hätte die Landschaft beschlossen, keine perfekte Pose einzunehmen. «Cheese!» – und doch wird hier viel gelächelt. Wer sich zwischen Rhonetal und Genfersee bewegt, merkt schnell, dass die Mundwinkel steigen, nicht zuletzt wegen der Wege.

Fahren, schauen, weiterfahren

Über 600 Kilometer Bike-Routen ziehen sich durch das Gebiet der «Portes du Soleil», verbinden Länder, Täler und Seen. Mal rollt man entspannt entlang von Morgins und Vonnes, mal fordert der Hang auf der Enduro-Strecke «Bonavau» mehr Mut und Muskelkraft als Technik. Zu Fuss wird es nicht plumper, nur gemächlicher. 800 Kilometer Wanderwege führen durch Wälder, Alpwiesen und Hügel, die sich ständig neu anzuordnen scheinen. Schliesslich verändern sich auf Höhen bis zu 3’257 Metern die Perspektiven im Takt der Profilsohlenschritte; fast als hätte man eine Kippkarte vor sich. Oben auf der Haute Cime etwa liegt die Landschaft offen: Mont Blanc, Rhône, französische und Schweizer Alpen hat man gleichzeitig im Blick.

Mit E-Bike sind auch längere Routen kein Problem. © litescapemedia

Schmecken, schweben, schmunzeln

Wer mehr Biss begehrt, packt die «Tour des Dents du Midi» an: Rund 58 Kilometer rund um das Massiv, vier Tage, Start und Ziel in Champéry. Die klassische Hüttentour, die seit 1972 besteht, ist kein Spaziergang, sondern eher ein langsames «Durchkauen» der Landschaft. Für andere reicht das kleinere Format: Seen, Spielplätze, einfache Wege, Bewegung ohne Höchstleistungen. Und auf das Schauen folgt sogleich das Schmecken. Das «Menu Point de Vue» verbindet Essen und Aussicht, oder ist es umgekehrt? Alternativ hebt man gleich ganz (appetitlich) ab: beim Gourmet-Gleitschirmflug, bei dem Teilnehmende zuerst schlemmen und dann über der saftigen Landschaft schweben. Zähne zeigen? Das bedeutet in der Région Dents du Midi so gut wie immer: sein schönstes Lachen aufzusetzen.

Vier verlockende Tipps

Passerelle Belle-Etoile: Wie passen «schwindelfrei» und «schlemmerhaft» zusammen? So gut wie Tasse und Unterteller, wie die Rundtour «Passerelle Belle-Etoile» bei Champéry zeigt. Sie verbindet Waldwege, blühende Alpweiden und das eindrucksvolle Geröllfeld des Roc Coupé mit einem kleinen Adrenalinkick. Höhepunkt ist die 55 Meter lange Hängebrücke Belle-Etoile, die 25 Meter über dem Bach La Sauflaz gespannt ist und Mutige sanft ins Schaukeln bringt. Auf dem Hochplateau von Bonavau lädt schliesslich die gleichnamige Berghütte mit Walliser Spezialitäten und hausgemachten Früchtekuchen zur genussvollen Verschnaufpause, den Ruan-Gletscher stets im Blickwinkel. Danach führt der Rückweg durch den Wald zurück nach Champéry. Wer noch nicht genug geschaukelt oder gegessen hat, verlängert die Tour bis zur Cabane de Susanfe.

Die Belle-Etoile-Brücke hängt 25 m über La Sauflaz. © JB Bieuville

Velo- und Bike-Touren: Berge im Blick, Energie in den Waden (oder im Akku): In dieser Saison erwacht der Bikepark rund um die Bergdörfer Champéry, Les Crosets und Morgins. Vier Seilbahnen bringen Bikerinnen und Biker bequem nach oben, wo sie zehn verschiedene Downhill-Strecken in Angriff nehmen können. Der Sattel-Spass umfasst auch ausgedehnte Mountain- und E-Bike-Routen wie etwa die «Tour der Portes du Soleil ab Champéry» über 70 Kilometer, die man in rund vier Stunden meistert.

Jazz & Wine: Es geht doch nichts über ein gutes Glas Wein, untermalt von Melodien! Wer jetzt eifrig nickt, für den ist diese sommerliche Eventreihe ein Muss: Jeden Freitag bis zum 28. August laden das Café du Nord, das Alta und das At’Home in Champéry gemeinsam zu magischen Sommerbegegnungen zwischen Musik und Gastronomie ein. Auf der Terrasse – links die Dents du Midi, rechts die Dents Blanches – geniessen Gäste das Bouquet erlesener Tropfen im Gaumen und fröhliche Klänge des Live-Konzerts in den Ohren.

Pointe de Bellevue: Gipfelkino gefällig? Auf die «Pointe de Bellevue» ist der Name Programm, schliesslich zählt der felsige Gipfel auf 2‘041 Metern Höhe zu den schönsten Aussichtspunkten der Region Dents du Midi. Nach einem kurzen, aber knackigen Aufstieg vom Dorf Morgins (ca. 3h) oder von Col Portes de Culet aus (1h) öffnet sich ein 360-Grad-Panorama: Der Rundblick reicht von der Chablais Ebene über die Jurakette, und weiter zu den mächtigen 4000er der Berner und Walliser Alpen, die Dents du Midi, den Grand-Combin, den Mont-Blanc und sogar bis zum Genfersee. Vor lauter Gebirge sieht man den Berg nicht mehr? Kein Problem, denn ein Orientierungstisch hilft beim Gipfelraten. Anschliessend rundet der Weg über die Ferme de Culet die Tour ab.

Gleitschirmflüge gibt es auch als Gourmet-Variante. © JB Bieuville

Neue Gästekarte

Die neue «Illiez Card» setzt dem Aufenthalt in der Région Dents du Midi die Krone auf: Mit der Gästekarte profitieren Übernachtungsgäste automatisch von kostenlosem oder vergünstigtem Zugang zu zahlreichen Verkehrsmitteln, Aktivitäten sowie Partnerbetrieben.