Von der Römerstadt zur Gipfelwelt
Unten antike Highlights, oben vielseitiger Skispass: Die neue Seilbahnverbindung Aosta–Pila–Couis verbindet die Kultur des Talbodens mit grossem Alpenpanorama.

Unten antike Highlights, oben vielseitiger Skispass: Die neue Seilbahnverbindung Aosta–Pila–Couis verbindet die Kultur des Talbodens mit grossem Alpenpanorama.

Die Römerbrücke, der gedeckte Wandelgang, das Theater und die Stadtmauern – Aosta strotzt nur so vor Zeugen der antiken Welt. Dass die Gemeinde trotz so viel Historie locker den Bogen zur Gegenwart schlägt und sich stetig weiterentwickelt, beweisen nicht nur die modernen Hotels und die gehobene Gastronomie der Ortschaft, sondern auch ihre innovativen Transportmittel: Seit Dezember 2025 wird das römische Erbe nämlich per Gondel noch schneller und bequemer mit der weissen Gipfelwelt verbunden – ein Highlight auch für Nicht-Skifahrer.
Bereits vor zwei Jahren war die Seilbahn-Verbindung vom Ferienort Pila inmitten von Tannen- und Lärchenwäldern zum Aussichtspunkt Couis eingeweiht worden. Mit der Fertigstellung des letzten Seilbahnabschnitts erreichen Passagiere den Panorama-Hotspot auf 2723 m ü. M. nun aber auch rasch mit einem rasanten Aufstieg von den Gassen Aostas am Talboden aus. Oben treffen sie auf einen Alpenblick samt Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso.
Die neue Bergstation Stella di Pila ergänzt die Panoramaterrassen zum Verweilen und Beobachten zudem mit einem kulinarischen Angebot: Das Küchenteam des «Panoramic Bistrot» interpretiert nämlich die klassische Küche des Aostatals in der spektakulären Umgebung zwischen Himmel und Bergen.

Auch beim Wintersport gibt es Neuigkeiten im Skigebiet Pila: Zum ersten Mal verlängert die Destination ihre Saison bis Anfang Mai. Denn der schnelle Zugang zu den höher gelegenen Bereichen garantiert nun eine dauerhafte Schneesicherheit und eine bessere Verteilung der Besucherströme. So können SkifahrerInnen und SnowboarderInnen bis zum Frühjahr durch die norditalienische Bergwelt kurven. Und apropos Frühling: Wenn die Schneeverhältnisse es zulassen, können Besuchende die Pisten Pilas bereits mit anderen Outdoor-Aktivitäten kombinieren. Während die Höhenpisten noch zu letzten Schwüngen einladen, lassen sich gleichzeitig die ersten Abfahrten mit dem Mountainbike von der Bergstation der Seilbahn Aosta–Pila aus unternehmen.

Frühlingsgefühle in Ehren, doch noch gibt der Winter in der Destination den Ton an: Pila mit seinen 70 Kilometern Piste bietet viel Platz, um sich in der weissen Pracht auszutoben. Von vielen Hotels und Apartments aus können Gäste direkt mit den Latten an den Füssen zu den verschiedenen Liften und Bahnen gelangen. Diese bringen einen rasch zu den Startpunkten von sechs leichten, 20 mittelschweren und vier schweren Abfahrten. Wer dagegen mehr «Airtime» und Freestyle-Feeling sucht, erkundet die verschiedenen Rails und Kicker von «Areaeffe»: Der erste Snowpark des Aostatals liegt auf einer Höhe von etwa 2200 Metern in windgeschützter Lage, ist von Wäldern umgeben und bietet auf über 700 Metern Länge maximalen Spass. Vom Sessellift Grimod aus gelangen FahrerInnen zu den 30 Obstacles, die mit drei Linien in verschiedenen Schwierigkeitsstufen erschlossen werden. So können AnfängerInnen und erfahrene Freestyle-Enthusiasten die Sprünge und Boxen des Parks gleichermassen nutzen.
Von den Gipfeln zum Talboden, von der Piste in die Gassen, vom Sport zur Architektur und von der Gegenwart in die Antike: Wenn die neue Gondel-Verbindung die WintersportlerInnen abends wieder von Pila nach Aosta bringt, schliesst sich der Kreis, und viel Kultur steht auf dem Programm. Es lohnt sich, nach dem Snowpark auch die Quartiere der Stadt zu erkunden, reihen sich hier doch steinerne Zeitzeugen ebenso nahtlos aneinander wie bei den Seilbahn-Stationen. Da thront etwa der Augustusbogen aus dem Jahr 25 v. Chr. Er wurde anlässlich des Sieges des gleichnamigen Kaisers über die Salassen errichtet und ist typisch für die Bauwerke der späten römischen Republik. Ebenfalls sehenswert ist die Porta Praetoria, das alte Stadttor im Westen. Der ehemalige Hauptzugang stammt aus derselben Zeit und verfügt über drei Öffnungen, die von Wagen und FussgängerInnen genutzt wurden. Unter der Erde erstreckt sich derweil das Kryptoportikus: Die archäologische Stätte hatte wohl sakrale Bedeutung und beeindruckt noch heute mit ihren beiden Schiffen mit Tonnengewölben.

Das historische Zentrum von Aosta dient am 30. und 31. Januar als Kulisse für ein grosses Volksfest: Für die «Fiera di Sant’Orso» stellen tausend lokale KünstlerInnen und HandwerkerInnen ihr traditionelles Schaffen aus. Sie alle verlassen ihre Werkstätten, um ihre Arbeiten in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Holzschnitzereien stehen so neben Speckstein-Skulpturen, schmiedeeiserne Arbeiten neben Lederartikeln, Spitzen und Korbflechtereien. Regionale Weine und weitere typische Kulinarik-Produkte der Gegend werden am Anlass ebenfalls angeboten.
