Schatzkiste am Atlantik
Ein Wochenende in Nantes fühlt sich an wie Flanieren durch eine Schatzkiste: Hinter jeder Ecke warten Kulinarik, Kunst und kleine Überraschungen, welche die Stadt Schritt für Schritt liebenswerter machen.

Ein Wochenende in Nantes fühlt sich an wie Flanieren durch eine Schatzkiste: Hinter jeder Ecke warten Kulinarik, Kunst und kleine Überraschungen, welche die Stadt Schritt für Schritt liebenswerter machen.

Einst eine industrielle Hafenmetropole, überrascht die Stadt im Süden der Bretagne heute mit Kunst, grünen Visionen und charmantem Savoir-vivre. Als 1987 die letzten Werften schlossen, verlor Nantes sein wirtschaftliches Rückgrat. Statt in Nostalgie zu verfallen, bündelte die städtische Tourismusorganisation die Kulturangebote zu «Le Voyage a Nantes». Seither prägen Künstlerinnen, Architekten und Landschaftsgestalter das Stadtbild. Eine grüne Linie zieht sich durch die Stadt und verbindet über hundert Kunstwerke und Sehenswürdigkeiten zu einem inspirierenden Parcours.

In der historischen Innenstadt zeigt sich Nantes von seiner eleganten Seite. Auf den Boulevards trifft Pariser Chic auf kreative Lässigkeit: Boutiquen, Concept Stores und Traditionsgeschäfte laden zum Flanieren ein, dazwischen verstecken sich charmante Vintage-Läden. In den autofreien Gassen bieten Cafés, Bistros und Brasserien genügend Raum fürs Savoir-vivre. Mittendrin: das «Château des Ducs de Bretagne». Hinter den massiven Mauern überrascht ein lichtdurchflutetes Palais – ein schönes Beispiel dafür, wie Nantes Geschichte und Gegenwart verbindet.

Ganz anders präsentiert sich die Île de Nantes: Wo früher Krane und Werften dominierten, stehen heute die spektakulären Machines de l’Île. Die monumentalen, beweglichen Konstruktionen erinnern an die verspielte Mechanik eines Jean Tinguely. Herzstück ist der riesige mechanische Elefant, der gemächlich über das ehemalige Industrieareal zieht.

Auch kulinarisch hat sich Nantes neu erfunden. Unter dem Label «Les Tables de Nantes» ist eine junge, selbstbewusste Szene entstanden. Köchinnen und Köche interpretieren regionale Produkte mit zeitgemässer Finesse. Das Herz der lokalen Genusskultur schlägt im Marché de Talensac: In der weitläufigen Markthalle trifft die Frische des Atlantiks auf regionale Käse- und Fleischspezialitäten, auf duftende Backwaren, feine Süssigkeiten und bunte Gemüsesorten.

Auf der kleinen Île de Versailles verbirgt sich ein stiller Ruckzugsort mitten in der Stadt. Die japanisch inspirierte Gartenlandschaft bringt mit Felsformationen, Wasserfällen und fein komponierten Pflanzen-Arrangements eine wohltuende Ruhe in das urbane Leben. Die einladenden Japanhäuser fügen sich harmonisch in das Ensemble und unterstreichen die fernöstliche Ästhetik dieses besonderen Ortes.
Wenn sich Nantes im Spätsommer in ein grünes Freiluft-Atelier verwandelt, ist es zum 39. Mal Zeit für «La Folie des Plantes»: Während zwei Tagen öffnet der «Parc du Grand Blottereau» seine Tore für einen der grössten Garten-Events Frankreichs. Zwischen seltenen Gewächsen, regionalen Produzenten und kreativen Gartenideen wird der Park zum lebendigen Marktplatz für alle, die Pflanzen lieben – mit oder ohne «grünen Daumen».
Weitere Infos und Termine: www.levoyageanantes.fr/agenda
