Vom Einblick in die Aargauer Industriegeschichte über römische Legionslager und sagenumworbenen Schlössern bis hin zu virtuellen Treffen mit Fabrikarbeiter aus der Zeit der Industrialisierung – an den verschiedenen Standorten des Museum Aargau wird Geschichte erlebbar gemacht.

Das Museum Aargau umfasst die Schlösser Lenzburg, Hallwyl, Habsburg und Wildegg, das Kloster Königsfelden, den Legionärspfad Vindonissa und das Vindonissa Museum sowie das Sammlungszentrum Egliswil und die IndustriekulTOUR Aabach. Das Museum Aargau nimmt in der Museumspädagogik innerhalb der Schweiz fraglos eine Pionierrolle ein. Schliesslich ist die Region enorm reich an Geschichte: So führt die Zeitreise 2000 Jahre zurück in die faszinierende Welt des einzigen römischen Legionslagers der Schweiz. Das Römerlager Vindonissa in Brugg und Windisch bieten an Originalschauplätzen Führungen, Spiel-Touren oder Workshops für Fans der Römerkultur an.

Vindonissna Museum (c) Museum Aargau
Vindonissna Museum (c) Museum Aargau

Bedeutende Originalfunde der Römer

Seit rund 100 Jahren wird hier gegraben und geforscht – das Legionslager und die umgebende Zivilsiedlung gilt aus Sicht der Forschung als einer der wichtigsten römischen Fundplätze nördlich der Alpen. Die wichtigsten Funde und Erkenntnisse sind im Vindonissa Museum zu sehen: Die Ausstellungen zeigen die bedeutendsten Originalfunde dieser Ausgrabungen. International bekannt ist das Museum für die grösste Sammlung an römischen Schreibtäfelchen, dem am häufigsten verwendeten Schreibmaterial der römischen Zeit. Weitere Highlights sind neben den Holz- auch seltene Lederfunde sowie gut erhaltene Ausrüstungsgegenstände römischer Soldaten.

 

Vindonissa Museum (c) Museum Aargau
Römertag Römerlager Vindonissa Windisch – Vindonissa Museum (c) Museum Aargau

Grundstein der Habsburg-Dynastie

Auf Schloss Habsburg hingegen wurde um 1030 der Grundstein der späteren Habsburger-Dynastie gelegt. Die Habsburger lebten hier rund zweihundert Jahre. Das immer mächtiger werdende Grafengeschlecht verliess die Burg um 1220/30, da sie zu klein und zu wenig repräsentativ erschien Wie gross Schloss Habsburg aber tatsächlich einst war, lässt sich heute nur noch erahnen. Von der ehemaligen Doppelburg steht noch der hintere Teil. Die anderen Teile der Burganlage sind über die Jahrhunderte weitgehend verfallen. Diese Bau- und Siedlungsgeschichte zeigt eine Ausstellung in der Burg. Themen wie Ernährung, Wasserversorgung und Wohnen stehen im Zentrum. Der Habsburger Königsweg bietet zudem einen Rundgang durch die Burganlage und dokumentiert in Audiostationen den Aufstieg der Habsburger. Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen zeigen die Geschichte der sagenumwobenen Burg und deren Adelsfamilie.

Von Menschen und Maschinen

Eine Zeitreise der anderen Art führt durch die bewegende Aargauer Industriegeschichte: Die Ausstellung «Von Menschen und Maschinen» in der Halle von SBB Historic-Gebäude in Windisch zeigt Erfolgsgeschichten aus dem Kanton der Industriepioniere. Die vielen Gegenstände, welche die Besucher bei der Sonderausstellung sehen können, erzählen alle eine individuelle Geschichte und verdeutlichen, wie prägend die Entwicklung des Aargaus war, die er im Zuge der Industrialisierung vollzogen hat. Die gesamte Ausstellung ist auf rund 1000 Quadratmetern in drei Elemente aufgeteilt: Im ersten Raum taucht man ein in die unterschiedlichen Lebenswelten von Arbeiter und Patrons. Wie innovativ der Aargau in der Vergangenheit war, wird im zweiten Saal eindrücklich dokumentiert – schliesslich wurden 13 der 100 grössten Industrieunternehmen der Schweiz im Aargau gegründet oder haben sich hier niedergelassen. Im dritten Teil lädt die Ausstellung zur Diskussion, wie wir in Zukunft produzieren und konsumieren werden und wollen.

Unterwegs mit Arbeitern der Nachkriegszeit

Die Industriekultur am Aabach kann auch mit dem Smartphone hautnah erlebt werden: Die IndustriekulTOUR Aabach ist der erste virtuelle Museumsraum im Kanton Aargau. Der Raum zwischen Wildegg, Lenzburg und Hallwilersee ist eine der Kernregionen der Industrialisierung im Kanton Aargau – und hier können Interessierte die Patrons und Fabrikarbeiter aus der Zeit der Industrialisierung direkt treffen. Augmented- und Virtual-Reality sei Dank. Um das digitale Angebot in die industrielle Blütezeit des Aargaus zu nutzen, benötigt man lediglich die App «IndustriekulTOUR Aabach», welche im App Store (iOS) oder im Google Play Store (Android) heruntergeladen werden kann. Die interaktiven Spieltouren beleuchten den historischen Inhalt der Industrialisierung, vertiefen aber auch an jedem Tour-Standort den Kontext zu Gegenwartsthemen. So kann man beispielsweise dem italienischen Gastarbeiter Guido Rossi von Niederlenz zum Hetexareal folgen – er gibt Einblicke in seine Arbeit in der Kantine der Konservenfabrik Hero, öffnet die Türen zu seiner Gastarbeiter-Baracke der Nachkriegsjahre und sinniert über die Schwarzenbach-Initiative.

www.museumaargau.ch; www.aargautourismus.ch

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