Aussicht, Weitsicht, das brauchen wir jetzt. Wir wollen wieder hoch hinaus – körperlich und geistig. Jetzt, wo sich der Frühling regt, umso mehr. Der Kanton Aargau bietet zahlreiche tolle Aussichtstürme und Wanderungen mit Weitblick. Eine kleine Auswahl wird hier vorgestellt.

Aussichtstürme erfreuten sich immer schon grosser Beliebtheit, da man für die Mühe des Aufstiegs mit einer spektakulären Aussicht belohnt wird. Die Feuerstellen unterwegs sind (unter Einhaltung der Abstandsregeln) coronakonform und vielleicht werden auch bald die Restaurants geöffnet. Und sonst bleibt immer noch die bewährte Verpflegung aus dem Rucksack.

Hombergturm: Panoramablick bis zum Zentralschweizer Alpenkranz

Der wunderschöne Rundblick vom 17 Meter hohen Hombergturm aus auf das südlich gelegene aargauische Oberwynental, das luzernische Michelsamt und auf den Alpenkranz der Zentralschweiz ist ein Hochgenuss: Im Osten überblickt man den Hallwiler- und den Baldeggersee, während sich im Westen bei guter Sicht der Stierenberg, die Westalpen und die westlichen Jurahöhenzüge zeigen. Der Homberg – zwischen dem Hallwilersee und dem Wynental gelegen – ist mit seinen 787 Metern einer der höchsten und wohl bekanntesten Berge im Aargau. Am besten erreicht man ihn ab der Haltestelle Reinach Nord Richtung Holenweg, wo der Aufstieg zum Höhenzug mit grandioser Aussicht beginnt. Zwischen Homberg, Dürrenäsch und Gränichen erwarten die Wanderer immer wieder grosse Waldabschnitte, die vor allem an warmen Tagen willkommenen Schatten spenden und spannende Einblicke in die Fauna und Flora bieten.

Wasserturm Baldegg: Ausblick bis zum Schwarzwald

Die Baldegg befindet sich auf 568 m ü.M. oberhalb von Baden inmitten prächtiger Wälder mit wunderbarem Weitblick. Im abwechslungsreichen Naherholungsgebiet steht der gleichnamige Wasser- und Aussichtsturm. Dieser ist knapp 35 Meter hoch. Eine Wendeltreppe mit 181 Stufen führt um die Schieber-, Brauchwasser- und Löschwasser-kammer herum hinauf zur Aussichtsplattform mit herrlicher Rundsicht über das Mittelland zum Schwarzwald und vom Säntis bis zur Jungfrau. Ein Alpenzeiger gibt Auskunft über Lage und Namen der Voralpen und Alpen sowie der Siedlungen und Hügel in der Umgebung. Die Baldegg erreicht man in nur 15 Minuten mit der Buslinie 5 vom Bahnhof Baden aus. Für Gaumenfreuden unterwegs sucht man die Feuerstellen oder die Restaurants Liegehalle und Baldegg auf.

Chreisacherturm: Blickfang mit Aussicht

Eine wahre Augenweide ist der Chreisacherturm in der Nähe von Laufenburg, dessen Leichtigkeit sofort auffällt. Er ist das Ergebnis einer interdisziplinären Arbeit der Berner Fachhochschule für Architektur, Bau und Holz. Besonders attraktiv ist auch der 360°-Panoramablick mit Sicht auf den Jura, die Alpen und den nahegelegenen Schwarzwald, den man vom 24 Meter hohen Turm geniesst. Den «Cheisacher» erkundet man am besten zu Fuss und geniesst dabei die wunderschöne Umgebung. Sehr reizvoll ist der Zugang über den Fricktaler Höhenweg, entweder von der Ampfernhöhe, zwischen Mönthal und Sulz, oder vom Bürensteig, zwischen Gansingen und Remigen, aus.

In der Nähe befindet sich auch der «Perimukweg Cheisacher», auf dem sich Kinder mit einer Fotowanderkarte in der Hand den Weg selber suchen und unterwegs auf Grossvater Perimuks Freunde und Feinde treffen. Der Weg punktet mit Kletterseil, Fossiliensuche und gut ausgerüsteten Feuerstellen. Oder wie wäre es mit einer abenteuerlichen «Trottitour», die vom Chreisacherturm aus startet? Ein rasantes, fast stündiges Erlebnis (Durchführung je nach Stand der epidemiologischen Lage)!

Chänzeli-Tour © Stadt Baden, Tibor Nad
Chänzeli-Tour © Stadt Baden, Tibor Nad

Chänzeli-Tour: Erholung wie zu Zeiten der Belle Epoque

Zwar keine Stufen auf einen Turm, aber 1’300 Treppenstufen sind auf der «Chänzeli-Tour», einer Rundwanderung 380 Höhenmeter über Baden mit vielseitigen Perspektiven auf die Bäderstadt, zu erklimmen. Die «Chänzeli» existieren seit über hundert Jahren und gehörten während der Belle Epoque zum festen Bestandteil des Therapieangebots der Badener Bäder. Ziel des «therapeutischen Wanderns» war die Stärkung von Herz, Kreislauf und Muskulatur. Mit «Chänzeli» sind aktive Ergänzungen zum Gesundbaden, sogenannte «Terrain-Kuren» gemeint. An den vier Aussichtspunkten entlang des Weges erhalten die Wandernden Zusatzinformationen zu den atemberaubenden Ausblicken auf die Stadt und zur aussergewöhnlichen Bädergeschichte Badens. Die Wanderung führt von der tiefen Limmat-Klus auf und ab zu den vier «Chänzelis»: Schartenfels, Geissberg, Martinsberg und Schloss Stein. Die Treppenstufen hochzusteigen lohnt sich, denn man wird mit herrlichen Aussichten belohnt.

 

Autor: Erika Berger

Beitragsbild: Baden Baldegg © Stadt Baden, Laurent Garmatter