Hier, wo die Natur noch atmen kann, und das Leben einen gemässigteren Weg geht, auf halbem Weg von Europa nach Amerika, verstecken sich neun Perlen im Atlantik: São Miguel, Santa Maria, Terceira, Graciosa, São Jorge, Faial, Pico, Flores und Corvo. Wer schon immer wissen wollte, woher das Azorenhoch kommt, sollte die Vulkaninseln unbedingt besuchen.

Es scheint, als seien die Azoren dem Märchenbuch entsprungen, so idyllisch ist es auf den neun Atlantikinseln. Das Naturparadies mit seinen mystischen Landschaften, tiefen Kraterseen und atemberaubenden Ausblicken auf den Atlantik garantiert pure Erholung. Obwohl die reine Flugzeit ab der Schweiz auf die Azoren nur fünf Stunden beträgt, sind die Inseln bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Sie unterteilen sich grundsätzlich in drei Gruppen: Der Ostgruppe mit São Miguel und Santa Maria, der Zentralgruppe mit Terceira, São Jorge, Graciosa, Faial und Pico und der Westgruppe mit Flores und Corvo. Keine gleicht der anderen, doch alle überzeugen mit ihrer Schönheit, was ein Inselhüpfen zum abwechslungsreichen Vergnügen macht.

Thermische Quellen und Prozessionen

Die Natur hat den Azoren viele natürliche Thermalbäder und Naturschwimmbecken beschert. Auf São Miguel und Graciosa gibt es thermische Quellen im Meer, die das Badevergnügen auch an kalten Tagen nicht trüben. Die höchste Erhebung der Inseln und Portugals zugleich ist der 2351 Meter hohe Vulkan Pico auf der gleichnamigen Insel. Alle neun Inseln sind kulturgeschichtlich sehr interessant und reich an Kirchen, Museen und farbenfrohen Volksfesten. 90% der Bevölkerung sind katholisch. So wird jeder religiöse Feiertag mit Prozessionen und aufwändig geschmückten Strassen und Häusern gefeiert.

Mildes Klima

Der Golfstrom verleiht dem Archipel ein ganzjährig mildes, subtropisches Klima. Im Januar bewegen sich die Temperaturen um 16 °C, im August wird es höchstens 27 °C warm. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 70 bis 90% relativ hoch. In den Wintermonaten regnet es öfter als im Sommer, aber meistens nur in Form von kurzen Schauern. Immer wieder vertreibt die Sonne die Wolken und den Regen.

Vielfältige Pflanzenwelt

Die exotische Pflanzenpracht, für welche die Azoren bekannt sind, wurde erst mit der Besiedlung der Inseln aus aller Welt eingeführt. Einst von dichtem Wald überwuchert, entstand nach und nach eine vielfältige Pflanzenwelt. Auf Flores rasteten Zugvögel, die den Atlantik überquerten und Blumensamen von der amerikanischen Ostküste in ihrem Gefieder und in den Exkrementen mitbrachten. Danach kamen die Seefahrer aus aller Welt und nahmen Pflanzen aus den entlegensten Ecken der Erde auf die Azoren mit. Aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen wächst auf den Azoren nahezu alles, was man anpflanzt. Kilometerlange, mannshohe Hortensienhecken prägen das Landschaftsbild auf fast jeder Insel. Die vor 150 Jahren eingeführte Pflanze mit ihren weissen, blauen und lila Blüten ist heute das Aushängeschild der Region und nicht mehr wegzudenken.

Pflanzenliebhaber aus aller Welt zieht es ganzjährig in den idyllischen Terra Nostra Park in Furnas auf der Insel São Miguel. Hier gedeihen über 600 Pflanzenarten, darunter eine grosse Auswahl an Kamelien. Der zwölf Hektar grosse Park verfügt zudem über Europa grösstes natürliches Thermalbecken.

Zwischenhalt für Zugvögel

Die Tierwelt auf den Azoren ist vielfältig. Heimisch sind eine Spezies der Fledermäuse, einige Vogelarten und diverse Insekten. Schlangen und andere gefährliche Tiere kommen hier nicht vor. Am häufigsten gesichtet wird… die Milchkuh. Sie prägt das Landschaftsbild auf vielen Inseln. Auf den Azoren leben hauptsächlich Zugvögel, die auf dem Archipel nisten, einen Zwischenstopp machen oder überwintern. Die ersten Siedler haben den hier lebenden Bussard für einen Habicht gehalten. So erhielt der Archipel den Namen «Açores» (portugiesisch für Habichte). Der «Priôlo», eine Gimpelart, ist endemisch und geschützt. Er hat den Berg «Pico da Vara» im Osten der Insel São Miguel als Heimat gewählt. Nachts sind die Gelbschnabelsturmtaucher (Cagarro) mit ihrem eigenartigen Geschrei nicht zu überhören. Sie sind nachtaktiv und bevölkern weite Teile der Küste. Die Meeresfauna der Azoren bietet eine atemberaubende Vielfalt. Rund um den Archipel schwimmen diverse Fischarten. Doch das eigentliche Highlight sind die über 20 Delfin- und Walarten, welche sich vor den Azoren tummeln.

Die Azoren Inseln

Insel São Miguel (Ostgruppe) – Hauptstadt Ponta Delgada, Fläche 746 km2, Breite 16 km, Länge 63 km, Küstenlinie 155 km, Einwohnerzahl 137‘600.

© Christian Oeler
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    São Miguel ist die grösste, bevölkerungsreichste und touristisch am besten erschlossene Azoren-Insel. Der fruchtbare Boden bescherte dem Eiland zuerst grosses Ansehen und Reichtum; die Insel war auf den Seehandelsrouten ein wichtiger Anlaufplatz. Zahlreiche Piratenangriffe, Vulkanausbrüche sowie diverse Seuchen setzten dem Ruhm aber nach und nach ein Ende, so dass die Einwohner São Miguels sich nie wirklich in ihrem Erfolg sonnen konnten. Heute ist São Miguel das Tor zu den Azoren und die vielfältigste Insel des Archipels.

    Charmante Hauptstadt

    Die Hauptstadt Ponta Delgada erstreckt sich entlang einer Bucht an der Südküste. In der charmanten Stadt kann man shoppen, gut essen und das Nachtleben geniessen. Die Altstadt bietet viel Sehenswertes: Kirchen, Museen, Denkmale, Paläste und tropische Gärten. Einige der Gärten sind der Öffentlichkeit zugänglich. Besonders zu empfehlen ist der «Jardim António Borges» mit seinen Bäumen, Sträuchern und Blumen aus verschiedensten Breitengraden. Kleine Teiche, Brücken, Grotten und schattige Sitzbänke verleihen dem Park eine romantische Note.

    Ein Naturparadies

    Entlang der Meerespromenade bietet ein Jachthafen Schutz für Segelboote aus aller Welt. Abends und am Wochenende öffnen viele Bars und Restaurants an der neuen Marina (Portas do Mar) ihre Türen und sorgen für ein wenig Nachtleben. Ruhe findet man während Spaziergänge, Wanderungen, Bike-Touren und Ausritten vorbei an wunderschönen Landschaften mit saftig grünen Wiesen und meterhohen Hortensienhecken. Wer nicht aktiv sein möchte, kann den ganzen Tag an der Sonne an einem der schönen Strände der Insel verbringen. Weitere Highlights des Naturparadieses sind Vogel-, Wal- und Delfinbeobachtungen.

    Blaue und grüne Tränen

    Die Insel São Miguel kann mit mehreren grösseren und kleineren Kraterseen aufwarten. Drei ganz besondere Beispiele seien hier erwähnt.

    Sete Cidades umgibt eine Sage, die in jedem von uns den Romantiker weckt. Die blauäugige Prinzessin und der grünäugige Hirte verliebten sich und weinten bittere blaue und grüne Tränen in den Kraterschlund, als man ihre Liebe verbot und die Prinzessin an einen reichen Prinzen verheiratete. So sollen die zwei verschiedenfarbigen Seen, die heute wohl das beliebteste Fotomotiv der Azoren sind, entstanden sein. Den besten Blick geniessen Sie vom Aussichtspunkt «Vista do Rei».

    Lagoa do Fogo liegt im Inselinneren. Vom Kraterrand beim Aussichtspunkt auf dem Pico da Barrosa hat man einen grandiosen Panoramablick auf ein einmaliges Farbenspiel: das helle Türkisgrün des Sees, das Weiss des Sandstrandes am Seeufer, das Dunkelgrün der Wälder am Kraterrand, das Gelbgrün der Moose an den Steilwänden sowie das intensive Blau des Horizonts und des Meeres. Ein Abstieg zum See lohnt sich besonders bei tiefem Wasserstand, wenn man den Sandstrand sieht. Es gibt einen Wanderweg um das Seeufer.

    Lagoa das Furnas liegt im weitläufigen Furnas-Tal. Er ist zwar nicht so spektakulär wie die beiden anderen Seen, bietet dafür aber eine Besonderheit. Am Nordufer des Sees brodelt es und ein Schwefelgeruch steigt einem in die Nase. In der warmen Erde vergraben Familien und Restaurants ihr Mittagessen. Der in den Erdlöchern gegarte Eintopf nennt sich «Cozido das Caldeiras» und besteht aus verschiedenen Fleischarten, Würsten und Gemüse. Für den Verdauungsspaziergang bietet sich eine Rundwanderung um das Seeufer an. Am Ostufer steht eine gotische Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Wer den See und das umliegende Tal von oben sehen möchte, tut dies am besten vom Aussichtspunkt «Pico do Ferro».

    Fischerdörfer und Krater-Pool

    Im Westen liegt Mosteiros, das Vorzeige-Fischerdorf der Azoren. Ein Meerwasserschwimmbecken und ein kleiner Lavastrand mit heissen Quellen laden zum Baden ein. An der Nordküste in Ribeira Grande hat sich das Familienunternehmen «A Mulher de Capote Eduardo Ferreira» angesiedelt. Der Traditionsbetrieb hat sich auf die Produktion von Passionsfrucht-Likör ohne chemische Zusätze und Konservierungsstoffe spezialisiert. Die Likörfabrik kann besichtigt werden, inklusive einer kostenlosen Likör-Kostprobe.

    Das kleine Fischerdorf Maia an der Nordküste ist umgeben von Teeplantagen, ansonsten führt man dort aber ein beschauliches Leben. Einzig das Tabak-Museum zieht ab und zu einen Touristen an.

    Nordeste befindet sich, wie der Name schon sagt, im Nordosten der Insel. Die Region um das hübsche Städtchen ist ein besonders schönes Wandergebiet. Im beschaulichen Povoação an der Südküste liessen sich im 15. Jahrhundert die ersten Siedler nieder. Die erste Hauptstadt der Insel war aber Vila Franca do Campo, heute ein lebendiges Städtchen. Besonders einladend ist die kleine vorgelagerte Insel «Ilhéu da Vila» mit Kraterpool, zu welcher im Sommer regelmässig Boote fahren.

    © Christian Oeler
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    Brodelnde Schwefelquellen

    Der Ort Furnas liegt im Inselinneren und ist bekannt für seine brodelnden Schwefelquellen und die Parkanlage «Terra Nostra» mit ihrem natürlichen Thermalbecken. Der Terra Nostra Park in Furnas ist nicht nur bei Botanikern ein beliebtes Reiseziel. Auch Rheuma-Kranke und ganz gewöhnliche Touristen zieht es zu jeder Jahreszeit in die 12 Hektaren grosse Gartenanlage. Mehr als 600 Bäume, Pflanzen und Blumenarten aus aller Welt entzücken die Besucher. Schöne Spazierwege und verschlungene Pfade, begleitet von dampfenden Bachläufen, führen durch den Park. Im Jahr 1780 als kleiner Privatgarten angelegt, wurde die Anlage immer wieder erweitert und im Jahr 1935 fertiggestellt. Und genau so ist sie auch heute noch zu besichtigen. Der Paradise-Pool, ein natürliches Thermalbecken mit konstant 38°C warmem Wasser lädt zum Baden ein. Aufgrund des hohen Eisengehalts sagt man dem Wasser heilende Wirkung bei Hautkrankheiten und Rheuma nach.

    Auf ein Tässchen Tee

    Nur ein paar Kilometer weiter nördlich stösst man auf Teeplantagen, die einstige Haupteinnahmequelle der Insel. Von 62 Plantagen sind heute nur noch zwei in Betrieb. Erwähnenswert ist besonders die «Plantações de Chá Gorreana» beim Städtchen Maia an der Nordküste von São Miguel. Der Familienbetrieb wird in der fünften Generation geführt und produziert jährlich 40 Tonnen schwarzen und grünen Tee. Da die Blätter durch Pressen gerollt werden, verlieren Sie die bitteren Geschmacksstoffe und haben auch weniger Gerbsäure als vergleichbare Teesorten aus Asien. Der Tee wird immer noch mit alten englischen Maschinen aus dem 19. Jahrhundert produziert und von Hand verpackt. Die Fabrik kann besichtigt und der Tee gekostet werden, es gibt auch einen kleinen Verkaufsstand.

    Warme Quellen und das Meer

    Wasserratten und Sonnenhungrige finden überall auf der Insel Bademöglichkeiten. Mit einer Küstenlinie von 155 km bietet São Miguel im Süden herrliche Sandstrände sowie kleine Kiesbuchten mit klarem, türkisblauem Wasser und geschützten Meerwasserschwimmbecken. Diese sollte man vor allem im Norden der Insel benutzen, da es wegen der starken Strömung im offenen Atlantik gefährlich sein kann. In Mosteiros und in Ponta da Ferraria gibt es heisse Quellen im Meer. In Ponta da Ferraria wurde 2010 ein Thermalbad mit Kurprogramm eröffnet. Der Paradise Pool in Furnas sowie die Caldeira Velha werden von natürlichen, warmen Quellen gespiesen.

    Wenn Wunder geschehen

    Seit dem Jahr 1700 herrscht jeden fünften Sonntag nach Ostern der Ausnahmezustand auf São Miguel. Eine Woche lang finden Prozessionen statt, es wird gefeiert und gebetet. Die «Festa do Senhor Santo Cristo dos Milagres» ist das grösste kirchliche Fest auf den Azoren und ist einer Christusfigur gewidmet, die schon seit 1530 auf São Miguel residiert. Man schreibt der Figur Wunderheilungen zu, und nicht wenige pilgern auf Knien in die Klosterkirche «Convento da Esperança» in Ponta Delgada.

     

    Insel Santa Maria (Ostgruppe) – Hauptstadt Vila do Porto, Fläche 97,2 km2, Breite 9 km, Länge 15 km, Küstenlinie 46 km, Einwohnerzahl 5500.

    © Christian Oeler
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    Santa Maria war die erste Azoren-Insel, auf der sich Siedler niederliessen und auch die erste des Archipels, die sich vor Jahrmillionen aus dem Atlantik erhob. Ursprünglich wurden die Bewohner durch Zuckerrohr reich. Als aber Brasilien den Markt übernahm, wich man auf die Färberpflanze Pastell aus. Nach der Entdeckung Indiens, von wo aus man den Indigostrauch als Färbemittel einführte, brach die Wirtschaft kurzfristig zusammen. Das alles änderte sich, als die US-Amerikaner im Jahr 1944 auf Santa Maria einen Flughafen bauten und die Insel als Auftankstation für Propellermaschinen genutzt wurde. Santa Maria wurde innert Kürze zur reichsten und modernsten Insel des Archipels. Die Bewohnerzahl stieg auf 13‘000. Zwei Jahrzehnte später, als Passagierflugzeuge ohne Zwischenstopp den Atlantik überqueren konnten, verfiel Santa Maria wieder in Dornröschenschlaf.

    Romantischer Leuchtturm

    Das Eiland ist heute nur als die «kleine Schwester» von São Miguel bekannt. Und dies, obwohl Santa Maria schöne Sandstrände und die meisten Sonnenstunden zu bieten hat. Der Boden auf Santa Maria ist besonders fruchtbar. Hier gedeihen Weinreben, exotische Früchte und süsse Honigmelonen. Die Hauptstadt Vila do Porto liegt im Süden der Insel und beherbergt etwas über die Hälfte aller Einwohner. Sie ist sehr überschaubar und gleicht mehr einem grossen Dorf denn einer Hauptstadt. Vom Forte de São Bras hat man einen schönen Blick über den Hafen und das Meer. Ein paar Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Bars sowie zwei schöne Kirchen und ein Museum vervollständigen das Stadtbild. Lohnend ist auch ein Spaziergang zum romantischen Leuchtturm in Ponta do Malmerendo.

    Baden, feiern, tauchen

    Naturliebhaber und Wanderer zieht es auf die Ostseite der Insel. Hier befinden sich zwei Badebuchten mit feinem, weissem Sandstrand. Die Grösse und Qualität der Sandstrände ändern sich von Jahr zu Jahr – je nach Flut und Ebbe. Santa Maria hat eine Küstenlinie von 46 km. Zwei empfehlenswerte Badeorte mit Sandstränden sind Praia Formosa und São Lourenço. Schöne Meerwasserschwimmbecken gibt es in Maia, Anjos und Vila do Porto.

    An dem Praia Formosa findet im August ein grosses Inselfest statt. Das «Maré de Agosto»-Festival lockt mit nationalen, aber auch internationalen Musikgrössen jährlich bis zu 1000 Besucher an.

    Besonders für Taucher ist Santa Maria ein Paradies. Die Formigas gehören zu den besten Tauchrevieren der Welt. 45 Kilometer vor der Nordküste Santa Marias liegen acht Felsen, die teilweise nur ein paar Meter aus dem Meer ragen. Diese Tatsache wurde vielen Schiffen zum Verhängnis und beschert Tauchern heute nebst dem Grossfischreichtum (Haie, Thunfische, Mantas, usw.) auch unzählige Schiffwracks zum Bestaunen.

    © Christian Oeler
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    Die rote Wüste

    Doch auch über Wasser gibt es auf Santa Maria viel Sehenswertes, wie zum Beispiel die für die Insel charakteristischen Windmühlen. Ein Besuch in Anjos, einem idyllischen Fischerort, lohnt sich. In der kleinen Kapelle «Nossa Senhora dos Anjos» soll schon Christoph Kolumbus gebetet haben. In den Sommermonaten lockt ein Bad im Naturschwimmbecken zahlreiche Besucher an. Auf dem Weg nach São Pedro kommt man an der roten Wüste, der «Deserto vermelho», vorbei. Bei gutem Wetter ist das Farbenspiel besonders eindrücklich: Rote Erde, üppig grüne Vegetation im Hintergrund und darüber das Hellblau des Himmels. Am Fusse der höchsten Erhebung der Insel, des Pico Alto auf 587 m, liegt Almagreira. Das Dorf ist vor allem für seine vielen Töpfereien bekannt. Die Siedlung São Lourenço ist das bekannteste Postkartenmotiv von Santa Maria. Nur wenige Häuser reihen sich entlang der pittoresken Bucht, dahinter wachsen Weinberge den Hang hinauf und das Meer davor funkelt in allen Blautönen.

    Dem Süden Portugals ganz nah

    Typisch für Santa Maria sind die weissen Schornsteine. Ihre Form – rund oder eckig – deutet noch heute auf die Herkunft der ursprünglichen Bewohner aus der Algarve und dem Alentejo hin. Genauso typisch sind die bunt umrahmten Fenster und Türen der weiss getünchten Häuser. So wird seit jeher abergläubisch behauptet, dass die Südportugiesen ihre Fenster und Türen mit blauer und gelber Farbe bemalen, um die bösen Geister fernzuhalten.

     

    Insel Faial (Zentralgruppe) – Hauptstadt Horta, Fläche 170 km2, Breite 14 km, Länge 21 km, Küstenlinie 76 km, Einwohnerzahl 15‘000.

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    Faial wird auch die «Ilha Azul» (blaue Insel) genannt – wegen der Fülle an blauen Hortensien, die hier überall gedeihen. Doch auch sonst spart Faial nicht mit Reizen: farbige Blumen, üppig grüne Wiesen, einladende Sandstrände, multikulturelle Bevölkerung, aufgeschlossene Einheimische und wunderschöne Landschaften erwarten Sie hier. Die Azoren-Insel hatte schon immer mehr als «nur» Natur zu bieten. Auf Faial stand die erste Fernmeldestation zwischen Europa und Amerika. Die Transatlantikflüge machten hier einen Stopp, und heute ist die Insel die wichtigste Anlaufstation für Segler bei einer Atlantiküberquerung. «Ihre schneeweissen Häuser kuscheln sich behaglich in ein Meer von frischen grünen Pflanzen und kein Ort könnte hübscher und einladender aussehen». So beschrieb Mark Twain 1867 seinen ersten Eindruck, als er die Inselhauptstadt Horta erreichte. Und so ist es noch heute. Horta besitzt einen ganz besonderen Charme. Dazu tragen sicher die vielen internationalen Segler bei, die während einer Atlantiküberquerung in Horta Rast machen.

    Imposanter Krater

    Horta bietet im Vergleich zu den anderen Inseln des «Triângulo» (Faial, Pico und São Jorge) viele Einkaufsmöglichkeiten, Boutiquen, Supermärkte sowie eine grosse Auswahl an Restaurants und Bars. Wer genug vom «Grosstadt-Flair» der Inselhauptstadt hat, findet auf dem Monte da Espalamanca ein ruhiges Plätzchen. Vom Aussichtspunkt «Nossa Senhora da Conceição» hat man einen wunderschönen Blick auf Horta und die Bucht. Weiter geht es zur Caldeira do Faial, dem wohl imposantesten Krater der Azoren. Die Kraterwände fallen steil in den 400 m tiefer liegenden, sumpfigen Kraterboden ab, der ein Naturschutzgebiet ist. Die Weiterfahrt führt nach Cedros, der grössten Stadt im Norden der Insel. Hier hat auch die Molkereigesellschaft ihren Sitz. Jeden Nachmittag kommen Milchbauern per Pferdekutsche, Moped oder Pick-up mit ihren Milchkannen vorbei. Varadouro, ein Ferienort mit Sommerresidenzen, bietet ein Meerwasserschwimmbecken an der zerklüfteten Küste, gleich neben dem ehemaligen Thermalbad, welches seit dem letzten Erdbeben 1998 geschlossen ist. In Feteira finden Sie die berühmten Steinformationen «Ponta Furada», welche man am besten vom Meer aus bestaunt. Angler fangen hier regelmässig Brassen, Makrelen, Muränen und Thunfische.

    Asche und Lava

    Faial hat eine Küstenlinie von 76 km. Es gibt sehr schöne Badebuchten mit Sandstränden oder auch mit Meerwasserschwimmbecken. Einige empfehlenswerte Sandstrände sind: Porto Pim bei Horta, Praia dos Inglêses bei Porto da Praia hinter dem Hafen, Praia do Almoxarife in Porto Praia und Fajã da Praia do Norte. Schöne Meerwasserschwimmbecken gibt es in Varadouro, Cedros und am alten Hafen von Salão. Auch als Taucherparadies und Basis für Delfin- und Walbeobachtungen machte sich Faial schon früh einen Namen und steht der «grossen Schwester» Pico in nichts nach. Taucher sind begeistert von der «Princess Alice Bank», einem 45 Seemeilen südwestlich von Faial gelegenen unterseeischen Berg. Die riesigen Schwärme an Mobula-Rochen sind nur eines der vielen Highlights.

    Ein besonderer Anziehungspunkt auf der Insel ist die Wüstenlandschaft um Capelinhos, wo um 1957 die Erde bebte. Aus dem Meer erhob sich ein Vulkan, der 30 Millionen Tonnen Asche und Lava spuckte und so ganze Landstriche unter sich begrub. Etwa 300 Häuser wurden vollständig zerstört und ca. 250 Familien mussten evakuiert werden. Der damalige US-Präsident John F. Kennedy zeigte Mitgefühl und erleichterte den etwa 2000 Opfern der Naturkatastrophe die Emigration in die USA. Heute erinnert das unterirdische «Centro de Interpretação do Vulcão» (Vulkan-Informationszentrum) im ehemaligen Leuchtturm noch daran.

     

    Insel Pico (Zentralgruppe) – Hauptstadt Madalena, Fläche 447 km2, Breite 16 km, Länge 46 km, Küstenlinie 126 km, Einwohnerzahl 14‘100.

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    Pico, die zweitgrösste Azoren-Insel, ist zugleich Heimat des höchsten Bergs Portugals, des gleichnamigen Pico (2351 m.ü.M.). Pico ist die Insel der Kontraste: tiefschwarzer Lavastein, saftig-grüne Weiden und Küsten, an denen das Meer in allen Blautönen schimmert – ein perfektes Fotomotiv.

    Madalena do Pico, kurz Madalena genannt, ist Inselhauptstadt und Verkehrsknotenpunkt zugleich. Hier legt mehrmals täglich die Fähre von Horta und São Jorge an. Die Stadt ist klein und mit ihren knapp 2600 Einwohnern überschaubar. Nebst einer Thunfischfabrik, einem Supermarkt, mehreren Restaurants und Bars bietet Madalena nicht viel mehr als ruhige und beschauliche Ferien.

    An der Südküste der Insel, durch Mauern aus Lavastein geschützt, wachsen Reben. Sie ergeben einen süffigen Wein, den schon die russischen Zaren zu schätzen wussten. Die Inselbewohner lebten bis ins 19. Jahrhundert mehr schlecht als recht vom Weinanbau und Fischfang. In mühsamer Arbeit kultivierten sie die Reben. Sie bauten Parzellen aus dunklem Lavastein, um die empfindlichen Pflanzen vor dem salzigen Meereswind zu schützen. Seit 2003 gehört das Verdelho-Weinbaugebiet denn auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Insel der Walbeobachter

    Pico war einst die Insel der Walfänger, heute ist sie die Insel der Walbeobachter, denn Pottwale sind ständige Besucher der Gewässer um das Eiland. Bis Ende des 19. Jahrhunderts kamen Walfänger aus Amerika nach Pico, um Pottwale zu jagen und Harpuniere anzuheuern. Später jagten die Azoreaner selbständig Wale. In schlanken Ruderbooten (Canoas) fuhren sie los, sobald ein Tier gesichtet wurde. Der Harpunier (Trocador) schleuderte die Harpune von Hand auf den Wal, wenn dieser nahe genug war. Es war eine Zeit des Kampfes zwischen den Menschen und den Giganten des Meeres, ein Kräfteringen, das oft in einer Tragödie endete- für das Tier oder die Walfänger. Zwischen 1955 und 1982 wurden hier jährlich 200 Pottwale zerlegt. Heute erzählt man in zwei Museen (Museo das Baleiros in Lajes und Museo Industrial da Baleia in São Roque do Pico) von der Geschichte des Walfangs. Einheimische wie Touristen jagen die Meeressäuger heute nur noch mit der Fotokamera. Doch nicht nur Wale, sondern auch viele verschiedene Delfinarten tummeln sich ganzjährig bei den Azoren. Man kann sogar mit ihnen schwimmen.

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    Naturschwimmbecken und Lavatunnel

    Pico hat zwar eine 126 Kilometer lange Küste, jedoch nur einen Sandstrand. Er befindet sich an der Nordküste in Prainha do Norte. Allerdings kann der Strand in manchen Jahren flutbedingt sandlos sein. Rund um die Insel hat es aber einige schöne Naturschwimmbecken. Die schönsten befinden sich in Terra do Pão bei São Caetano, in Crianção Velha bei Laja das Rosas oder in Calheta de Nesquim. Lajes do Pico ist Zentrum und Hotspot für Walbeobachtungsfahrten. Sogar das Stadtwappen des Ortes ziert ein Pottwal. Im Juli und August wird hier gerne und ausschweifend gefeiert.

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    Fast schon ländlich wirkt São Roque do Pico, die drittgrösste Stadt der Insel. Viel los ist nur, wenn ein Containerschiff am zweitgrössten Hafen der Insel anlegt. Zwischen Lajes und São Roque liegt der Ort Piedade, der für seine lustigen Karaoke-Abende bekannt ist. In Porto Cachorro erwartet Sie ein Labyrinth aus Höhlen, Bögen, Schluchten und Becken, welche durch Lava geformt wurden.

    Alle Ortschaften auf Pico reihen sich entlang der Küste. Im mystischen Hochland von Pico, dem Palanto da Achada, dominieren Kuhweiden, Wälder, Kraterseen und herrliche Landschaften – ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Wanderer. Eine weitere Attraktion Picos ist die Gruta das Torres, der grösste Lavatunnel der Azoren. Dieses kilometerlange Tunnelsystem begeistert nicht nur Geologen, sondern auch abenteuerlustige Touristen, die sich mit Helm, Taschenlampe und einem Reiseleiter in den dunklen Tunnel begeben und sich dabei die verschiedenen Lava-Arten erklären lassen.

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    Baleia! Baleia!

    Zur Zeit des Walfangs war «Baleia! Baleia!» der Schlachtruf, der über die ganze Insel hallte. Baleia heisst übersetzt Wal. Die Späher sassen in ihren Vigias, den Walausgucken, und riefen, sobald sich ein Wal der Küste näherte. Dann liess man alles stehen und liegen und rannte zum Hafen runter. Heute gibt es die Späher noch immer. Jedoch informieren sie heute die Skipper der Walbeobachtungsboote via Funk über eine Sichtung. Sie sitzen in den dunklen Türmen, welche nur einen kleinen Sichtschlitz haben und beobachten aus ihren Ferngläsern das Meer. Viele der heutigen Späher waren bis zum Walfangverbot im Jahr 1987 als Walfänger aktiv. Besuchen auch Sie die Walausgucke: Vielleicht entdecken Sie ja einen Wal in den Weiten des Atlantiks.

     

    Insel São Jorge (Zentralgruppe) – Hauptstadt Velas, Fläche 247 km2, Breite 7 km, Länge 55 km, Küstenlinie 128 km, Einwohnerzahl 9000.

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    São Jorge ragt wie der Rückenpanzer eines Drachens hinter Pico aus dem Meer. Sie gilt als die Wanderinsel schlechthin und begeistert Naturliebhaber und Käsefreunde gleichermassen. Das Eiland stand immer im Schatten von Terceira und Pico. Selbst zur lukrativsten Zeit des Walfangs wurde auf der Insel keine Fabrik gebaut. Man brachte den erlegten Wal einfach nach Pico zur Verarbeitung. Piratenangriffe blieben dennoch nicht aus, so dass die Bewohner lernen mussten, mit dem auszukommen, was sie haben. Das ist auch heute noch so. Fast jeder Tropfen Milch auf der Insel wird zu «Queijo São Jorge» verarbeitet. Der Käse ist über die Landesgrenzen hinaus beliebt und wird auf das portugiesische Festland, nach Kanada und in die USA exportiert. Die Bevölkerung auf São Jorge führte lange ein einfaches Leben in Abgeschiedenheit. So erstaunt es nicht, dass noch heute Milchkannen mit Eseln zur Molkerei transportiert werden und Wandteppiche mit Hilfe traditioneller Webstühle hergestellt werden.

    Kühe auf dem Ruderboot

    In der beschaulichen Inselhauptstadt Velas mit schönem Stadtpark, einigen schmucken Bürgerhäusern und einem neuen Jachthafen, lebt rund ein Fünftel aller Inselbewohner. Einen Besuch wert ist die Kirche «Martriz de São Jorge», vor allem wegen des asiatisch anmutenden Brunnens davor, der den Heiligen Georg als Drachentöter zeigt. Der Aufstieg zum alten Walausguck auf den «Morro Grande» lohnt sich wegen der schönen Aussicht auf die Küste. Wandern kann man auf São Jorge nicht nur auf dem nicht enden wollenden Bergrücken, sondern auch auf über 50 Fajãs, den fruchtbaren Ebenen am Fusse der Steilhänge am Meer. Eine der schönsten Fajãs der Insel ist die Fajã de São João. Aufgrund des Mikroklimas werden hier Wein, Gemüse, Kaffee, Bananen und Tabak angebaut. Das Dorf Topo liegt an der östlichsten Spitze der Insel. Davor liegt nochmals eine Insel: die Ilhéu do Topo. Hier grasen manchmal Kühe, die mit einem Ruderboot von Bauern dort abgesetzt werden. In Norte Pequeno hat die «Cooperativa Agricola de Lacticíno» (Molkerei-Verband) ihren Standort. Von hier aus führt eine Strasse hinunter zu einigen wunderschönen Fajãs. Die Fajã do Ouvidor besitzt einen wildromantischen Hafen und bietet wunderschöne, versteckte Badeplätze.

    © Christian Oeler
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    Reichtum der Orangenbarone

    Auf dem Weg zur Ponta dos Rosais, der westlichsten Spitze von São Jorge, ist ein Halt auf dem 500 m hohen Pico da Velha empfehlenswert. Bei schönem Wetter fällt der Blick auf Pico, Faial und Graciosa. In Ponta dos Rosais stehen noch die Ruinen der Leuchtturmanlage, die bei einem Erdbeben zerstört wurde. Die Küstenstrasse im Süden der Insel führt bis zur Ostspitze nach Topo. Unterwegs gibt sie immer wieder den Blick auf die darunterliegenden Fajãs und die Insel Pico mit ihrem gleichnamigen Berg frei. In Urzelina stehen noch heute prachtvolle Herrenhäuser, die den Reichtum der ehemaligen Orangenbarone widerspiegeln. In Manadas ist die wohl schönste Barockkirche der ganzen Azoren zu sehen: die Igreja de Santa Barbara. In Fajã dos Vimes werden auf alten Webstühlen wie vor hundert Jahren Wandteppiche hergestellt.

    São Jorge hat eine Küstenlinie von 128 km. Baden kann man bei fast allen Fajãs. Sandstrände gibt es auf der Insel nicht. In manchen Jahren bringt die Flut grobe Kiesstrände hervor. Die schönsten Bademöglichkeiten in Meerwasserschwimmbecken finden Sie in Terreiros, Fajã das Almas, Fajã Grande (Calheta) und Fajã do Ouvidor (Poça de Simão Dias).

    Das Revival der Konservendose

    Das in Portugal überaus beliebte Produkt ist heute wieder in und erfreut sich grosser Beliebtheit. In Lissabon gibt es sogar Supermärkte nur für Dosenfisch. Der beliebteste Dosenthunfisch kommt von der Insel São Jorge. Der Fisch wird delfinfreundlich mit einer Angel gefangen und anschliessend von den Inselfrauen manuell zerteilt und in der Konservenfabrik «Santa Catarina» verarbeitet. Veredelt in verschiedenen Geschmacksrichtungen landet dieser dann in den Regalen der Supermärkte.

     

    Insel Terceira (Zentralgruppe) – Hauptstadt Angra do Heroísmo, Fläche 399 km2, Breite 18 km, Länge 29 km, Küstenlinie 90 km, Einwohnerzahl 56‘000.

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    Terceira (die Dritte) bekam ihren Namen, da sie als dritte Insel des Archipels entdeckt wurde. Gleichzeitig ist sie auch die drittgrösste aller Azoren-Inseln. Terceira war einst wichtiger Stützpunkt im Atlantik für portugiesische Schiffe auf dem Weg zu ihren Kolonien. Die Besatzung bezahlte Wasser und Verpflegung oft in Gold, Silber, Diamanten und Gewürzen, und so kam die Insel zu grossem Reichtum. Angra do Heroísmo erhielt 1534 als erster Ort der Azoren das Stadtrecht und war drei Jahre lang sogar Hauptstadt Portugals. Seit 1983 ist die Stadt ein von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe. In Angra reihen sich sehenswerte Paläste, Herrenhäuser, Klöster und Kirchen aneinander. Vom Monte Brasil, dem 205 m hohen Hausberg, hat man den schönsten Blick auf Angra und die Bucht davor. In der Regel geht es in Angra ruhig zu und her. Doch zum bedeutendsten Inselfest «Sanjoaninas» (Ende Juni) könnte man meinen, ganz Portugal sei angereist. Eine Woche lang gibt es Konzerte, festliche Umzüge und weitere kulturelle Veranstaltungen.

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    Mehr Milchkühe als Menschen

    Zu fast jedem Fest auf der Insel gehört auch die Tourada à corda, ein Stierkampf am Strick, der auf Terceira schon seit dem 16. Jahrhundert Tradition hat. Nach dem Kampf wird der Stier nicht getötet, sondern darf sich auf einer grünen Weide im Landesinneren erholen. Doch nicht nur Stiere grasen hier. Terceira wird von mehr Milchkühen als Menschen bewohnt. Sie ist eine der flachsten Azoren-Inseln. Grün ist hier die vorherrschende Farbe: Wie auf einem Schachbrett reiht sich Kuhweide an Kuhweide. Ein Golfplatz setzt einen weiteren grünen Akzent in der Landschaft. Kontraste bieten der goldgelbe Sandstrand in Praia da Vitória und das blaue Wasser des Atlantiks. Die Stadt selbst ist klein und wird mit ihren schmalen Gassen, der Promenade und den vielen Restaurants und Bars gerne als Badeferiendestination angepriesen. Auch in Angra do Heroísmo gibt es einen kleinen Sandstrand. In der Ortschaft Vila Nova wiederum bietet das Praia de Banhos einen kleinen Strand mit schwarzem Kies. Ansonsten lassen sich über die ganze Küste verstreut natürliche Meerwasserschwimmbecken finden. Die attraktivsten unter ihnen sind in Biscoitos, Quatro Ribeiras, Salgueiros, Porto Martins und Alagoa de Fajãzinha.

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    Ein Muss: Vulkanhöhe «Algar do Carvão»

    In Biscoitos gibt es ein Weinmuseum, die sehenswerteste Heilig-Geist-Kapelle der Insel sowie das schönste Naturschwimmbecken der Azoren. Einen grossartigen Aussichtspunkt findet man am «Ponta do Raminho», wo sich ein Besuch besonders bei Sonnenuntergang lohnt. Bei gutem Wetter sieht man bis Graciosa und São Jorge. Früh morgens sollte man São Mateus da Calheta an der Südküste besuchen. Hier können Sie beobachten, wie die Fischer ihren Fang ausladen und versteigern. Im Inselinneren sind die Erhebungen Serra de Santa Bárbara und die Serra do Cume mit grossartigen Aussichtspunkten einen Abstecher wert.

    Die Vulkanhöhle «Algar do Carvão» darf man sich als Reisender auf keinen Fall entgehen lassen. Über 338 Stufen gelangt man ins Innere der Höhle in 90 m Tiefe zu einem unterirdischen, kristallklaren See. Ein 45 m hoher Schlot lässt Sonnenlicht eindringen, was besonders zur Mittagszeit, wenn die Sonne senkrecht über der Höhle steht, schön anzusehen ist. Die Höhle ist nur im Sommerhalbjahr begehbar (April bis Oktober). Ganz in der Nähe der Höhle befinden sich die dampfenden Schwefelquellen von Furnas do Enxofre, welche in der hügeligen Landschaft fast mystisch anmuten. Besonders gut sieht man den heissen Dampf früh morgens, wenn die Aussentemperaturen noch niedrig sind.

    Der heilige Geist

    Überall auf Terceira findet man kleine Heilig-Geist-Kapellen, sogenannte Impérios. Sie sind oftmals bunt bemalt und werden von den Dorfbewohnern liebevoll gepflegt und instandgehalten. Denn zwischen Ostern und Maria Himmelfahrt finden auf der ganzen Insel Heilig-Geist-Feste statt. Ursprünglich wurden während des Festes die Armen und Kranken des Dorfes verpflegt, und ein Bauer wurde für einen Tag zum Kaiser gewählt. Noch heute träumen viele Azoreaner davon, sich einmal «Imperador» nennen zu dürfen. Die «Armenspeisung» wird heute als grosses Festessen für das ganze Dorf verstanden.

     

    Insel Graciosa (Zentralgruppe) – Hauptstadt Santa Cruz da Graciosa, Fläche 61 km2, Breite 8 km, Länge 12 km, Küstenlinie 34 km, Einwohnerzahl 4400.

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    Graciosa ist die zweitkleinste und trockenste Insel des Archipels. Ihr Name bedeutet übersetzt «die Zierliche». Und so ist es auch. Sie ist von einer sanften, hügeligen Landschaft mit Kuhweiden, Äckern, Wäldern und steilabfallenden Klippen geprägt. Im Südosten dominiert die grosse Caldeira (Vulkankrater) das Bild. Den Beinamen «Weisse Insel» verdankt Graciosa dem hohen Trachyt Vorkommen, einem hellen Vulkangestein in der Serra Branca. Auf der Insel herrscht ein hervorragendes Klima für den Anbau von Weisswein, Galia-Melonen und Knoblauch.

    Graciosa ist der ideale Ort für erholsame Ferien weitab von Hektik und Stress. Die Hauptstadt Santa Cruz zählt gerade mal 1770 Einwohner. Hier ist nur zur Karnevalszeit und im Hochsommer etwas los, sonst geht es sehr gemächlich zu und her. Der Karneval auf Graciosa ist das grösste Fest dieser Art auf den Azoren. Als Vorbild gelten die grossen Umzüge in Brasilien. Gleich nach Weihnachten beginnen die Veranstaltungen der einzelnen Vereine und finden ihren Höhepunkt im Februar mit einer grossen Tanzparade.

    Ausserhalb der Festivitäten trifft man sich auf dem grossen Platz im Zentrum, dem Rossio. Hier spielt sich das ganze Leben ab. Man sitzt im Schatten der alten Bäume, trifft Bekannte, trinkt Kaffee, spielt Karten, passt auf die Kinder auf, geht einkaufen und tauscht Neuigkeiten aus.

    Eine Magma-Höhle mit See

    Graciosa ist eine flache Insel, welche sich an den meisten Stellen nicht mehr als 300 Meter aus dem Meer erhebt. Dennoch gibt es einige sehenswerte Naturgewalten. Die höchste Erhebung der zweitkleinsten Azoren-Insel ist die Caldeira auf 402 Metern über Meer. Der Vulkankrater hat einen Durchmesser von 1200 Metern. Aussergewöhnlich ist die Caldeira, weil sie der Zugang zur «Furna do Enxofre», einer bemerkenswerten Magma-Höhle mit kleinem See, ist. Über einen Schacht mit 184 Treppenstufen gelangt man ins Innere der Höhle. Sofort bemerkt man die aufsteigenden Dämpfe und Gase. Die Höhle wird mit Detektoren überwacht und wurde schon wegen überhöhter Kohlendioxid-Werte vorübergehend geschlossen. Sofern sie geöffnet ist, lohnt sich ein Besuch. Am besten kommt man zur Mittagszeit, wenn das Sonnenlicht senkrecht durch den Schlot fällt.

    Vulkanisch ist auch das Thermalbad in Carapacho, welches einst die erste Siedlung auf der Insel war. Das über 100jährige Thermalbad wurde vor einigen Jahren grundsaniert und um einen modernen Anbau erweitert. Im Inneren gibt es ein Becken mit Thermalwasser (35-40°C) und es werden diverse Therapien und Massagen angeboten. Das Wasser im dazugehörenden Meerwasserschwimmbecken ist hingegen etwas erfrischender.

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    Windmühlen als Wahrzeichen

    Entlang der Küste gibt es viele kleine Buchten, Fischerhäfen und Badestellen. Besonders schön anzusehen ist der Leuchtturm «Farol da Ponta da Barca». Den geschäftigsten Hafen findet man in São Mateus, das wegen des einzigen Sandstrandes der Insel auch Praia genannt wird. Alles, was nicht per Flugzeug angeliefert oder weggebracht wird, geht hier von oder an Bord. Zudem dient er auch als Fischereihafen. Die zwei anderen Gemeinden sind Guadalupe im Zentrum der Insel und Luz an der Südküste. Prägend für das Landschaftsbild sind die vielen Windmühlen. Wo früher bis zu 30 Mühlen für die Inselbewohner arbeiteten, stehen heute nur noch 3 funktionstüchtige Exemplare. Leider sind auch diese nur noch selten in Betrieb. Der letzte Müller der Insel starb zur Jahrtausendwende und man fand bis heute keinen Nachfolger. Dennoch ergeben die Mühlen ein fantastisches Fotomotiv und gelten weiterhin als Wahrzeichen der Insel.

    Süsse Mitbringsel

    Kein Tourist kommt an ihnen vorbei – kein Besucher geht ohne sie von der Insel. Die Rede ist vom süssen Gebäck «Queijadas da Graciosa». Fälschlicherweise beinhaltet die Bezeichnung das portugiesische Wort «Käse», der im Küchlein aber nicht enthalten ist. Hergestellt werden sie aus Maismehl, Eiern, Milch und jeder Menge Zucker. Man findet Queijadas in jeder Bäckerei und jedem Café auf der Insel. Hergestellt werden sie in der Pastelaria Queijadas da Graciosa in Praia, wo man bei der Herstellung zusehen kann.

     

    Insel Flores (Westgruppe) – Hauptstadt Santa Cruz das Flores, Fläche 142 km2, Breite 12 km, Länge 17 km, Küstenlinie  72 km, Einwohnerzahl 3800.

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    Flores ist, wie der Name schon sagt, ein Paradies für Botaniker. Doch auch Wanderer, Ruhesuchende und Ornithologen schätzen die Vielfalt dieser immergrünen Insel. Schon Mark Twain schwärmte von den hohen, grünen Bergen, den tiefen Schluchten und den vielen rauschenden Wasserfällen. Monatelang blüht es auf der Insel des ewigen Frühlings in allen Farben und Formen. Zugvögel bringen noch heute die schönsten Blumensamen aus Nordamerika auf die Insel. Idyllische Dörfer reihen sich der malerischen Küste entlang. Einsame Täler und moosbewachsene Berghänge herrschen im Inselinneren vor.

    Wie die meisten anderen Azoren-Inseln versuchte sich Flores nach der Besiedlung im Anbau von Färberwaid (Pastell), Weizen, Mais und Gerste. Doch durch die exponierte Lage der Insel kamen nur sporadisch Schiffe vorbei, um die Waren zu exportieren und so verfaulte die Ernte oftmals schon vor dem Verkauf. Die Inselbevölkerung lebte darum lange in ärmlichen Verhältnissen. Auch hier hielt jedoch die Modernisierung Einzug: Pünktlich zur Fussballweltmeisterschaft von 1986 war Flores die vorletzte Insel (noch vor Corvo) der Azoren, die Fernsehempfang bekam.

    Die Inselhauptstadt Santa Cruz das Flores mit ihren 1700 Einwohnern liegt eingeklemmt zwischen der Landebahn des Flughafens und dem Atlantik. Das kleine und verschlafene Stadtzentrum bietet bloss ein paar Einkaufsmöglichkeiten für das Nötigste, dazu ein paar Restaurants und Bars. In der alten Walfabrik zeigt heute ein sehenswertes Museum die Geschichte des Walfangs, der auf Flores bis in die 1980er Jahre eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Bevölkerung war. Ansonsten ist in der Stadt nur etwas los, wenn Flugzeuge landen. Jeder schaut, wer ankommt, wer wen abholt und wer wen zum Flughafen bringt.

    Südwestlichste Ortschaft Europas

    Fährt man der Küste entlang gegen Norden, kommt man zuerst an Fazenda de Santa Cruz vorbei. Sofort fällt die überdimensional grosse Kirche «Nossa Senhora de Lurdes» auf. Hier befindet sich auch der Parque Florestal, ein Park mit Wildgehege, Vogelkäfigen, Fischzuchtstation und Picknick-Platz. Sonntags halten die Einheimischen im Park ihre Familienessen ab. In Serpentinen führt die Strasse nach Ponta Delgada, der nördlichsten Ortschaft der Insel. Vom Leuchtturm aus verständigte man sich früher mit der Insel Corvo per Lichtsignal.

    Fajã Grande ist die südwestlichste Ortschaft Europas und liegt auf einer der grössten Fajãs der Insel. Von hier aus führen viele Wanderwege zu den schönsten Gegenden des Eilands. Auf der Weiterfahrt nach Lajes das Flores kommt man an vielen kleinen Dörfern vorbei. Die zweitgrösste Stadt der Insel wird einfach Lajes genannt und ist 363 Tage im Jahr beschaulich und ruhig. Nur während der Festa do Emigrante (Fest der Auswanderer), dem grössten Fest der Insel, macht hier keiner mehr ein Auge zu. Im Inselinneren gibt es keine Dörfer, doch 7 Kraterseen warten darauf, entdeckt zu werden. Auf Wanderungen begegnet man einer wild blühenden Flora. Begleitet wird man von Singvögeln und Kaninchen. Die Seen sollte man nicht am Ufer umrunden, da die sumpfigen Pfade Brutstätten diverser Vogelarten sind. Jedoch hat man von den vielen Miradouros (Aussichtspunkten) eine wunderbare Sicht über die märchenhafte Landschaft. Den spektakulärsten Blick hat man vom schmalen Grad, der die Kraterseen Lagoa Comprida und Lagoa Funda trennt. Flores hat eine Küstenlinie von 72 Kilometer.

    Sandstrände gibt es an der ganzen Küste keine. Den schönsten dunklen Kiesstrand finden Sie in Fajã de Lopo. Dieser ist aber nur über einen Fusspfad erreichbar. Meerwasserschwimmbecken und Hafenbecken zum Schwimmen finden Sie in Lajes, Fajã Grande und Ponta Delgada. Wer gerne einmal unter Wasserfällen baden möchte, kann dies in Fajã Grande beim Poço do Bacalhau tun.

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    Zugvogel-Paradies

    Die Westinseln Flores und Corvo sind ein Mekka für Vogelbeobachter. Besonders im Herbst, wenn die amerikanischen Singvögel, die Brautente und viele weitere Raritäten aus Nordamerika ihre Reise auf den Inseln unterbrechen. Doch auch diverse Seevögel und der Gelbschnabelsturmtaucher sind sehenswert. An der Westseite des Lagoa Branca wurde vor einigen Jahren ein Unterstand zur Vogelbeobachtung erbaut. Dieser ist von Mitte September bis Mitte November immer gut besetzt.

     

    Insel Corvo (Westgruppe) – Hauptstadt Vila Nova do Corvo, Fläche 17 km², Breite 4 km, Länge 6.5 km, Küstenlinie 19 km, Einwohnerzahl 430.

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    Corvo ist die kleinste und zugleich die nördlichste Insel der Azoren. Es gibt nur einen Ort und nur eine Strasse auf der ganzen Insel. Sie führt von der Inselhauptstadt zur Caldeirão, dem Vulkankrater, welcher sicher zu den schönsten der Azoren gehört. Durch die Abgeschiedenheit führten die Corvinos lange ein Einsiedlerleben. Erst 1973 erhielten die Inselbewohner eine Telefonleitung. Nachdem 1993 der Flughafen eröffnet wurde, öffnete sich auch der Horizont der Insulaner. Doch noch heute ist man eine eingeschworene Dorfgemeinschaft. Jeder kennt jeden. Wenn man als Tourist länger als drei Tage auf der Insel weilt, wird man von den Einheimischen als Freund verabschiedet.

    Die Uhren ticken langsamer

    Wer die Insel Flores bereist, sollte unbedingt einen Tagesausflug nach Corvo einplanen. Vila Nova Do Corvo ist die kleinste Hauptstadt der Azoren und liegt am Südzipfel der Insel. Sie ist in wenigen Schritten erkundet. Die Haustüren stehen überall offen. Man vertraut sich, denn ein Dieb wäre schnell gefunden. Die Inselpolizei besteht aus zwei Männern der Nationalgarde. Sie besitzen sogar eine Gefängniszelle, in der aber noch nie jemand einsitzen musste. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es keine auf Corvo. Möchte man irgendwo hin und keines der drei Inseltaxis ist erreichbar, fragt man einfach den Nachbarn. Nebst einem offiziellen Hotel gibt es in Vila Nova einen Supermarkt, eine Käserei, eine Krankenstation und zwei Restaurants. Hier ticken die Uhren – im Zeitalter von Satellitenfernsehen und Internet – langsamer als auf den anderen Azoren-Inseln.

    Auf den Azoren hat der Massentourismus zum Glück noch nicht Einzug gehalten. Es gibt eine grosse Anzahl an verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten. Auf allen Inseln kann man zwischen Hotel, Landgut, Gästehaus und Pension wählen – allerdings ist die Anzahl Betten beschränkt. Daher empfehlen wir, die Unterkunft frühzeitig zu reservieren; insbesondere in der Hauptsaison von April bis Oktober. Doch auch während den traditionellen Volksfesten, die je nach Dorf und Insel meist von April bis September stattfinden, ist eine frühe Reservation unerlässlich.

    Hotels: Die 2- bis 5-Sterne-Hotels befinden sich meist in den Inselhauptstädten. Der Standard entspricht dem von mitteleuropäischen Hotels.
    Pousadas: Historische Gebäude, meistens Festungen, Klöster oder Burgen, die zu Hotels umfunktioniert wurden. Diese Unterkünfte befinden sich im 4-Sterne-Bereich.
    Casas/Gästehäuser/Bed&Breakfast: Kleine, privat geführte Unterkünfte, bei denen es sich um renovierte Stadthäuser mit wenig Zimmern handelt. Wir empfehlen deshalb eine frühzeitige Buchung.
    Quintas: Herrschaftliche Herrenhäuser, Landgüter oder renovierte Bauernhäuser, die inmitten riesiger Felder und Gärten liegen. Sie bieten nur wenige Zimmer und sollten ebenfalls frühzeitig gebucht werden.
    Ferienhäuser/Appartements: Die oftmals freistehenden Häuser sind für Selbstversorger geeignet. Sie sind ideal für Familien, die gerne unabhängig sind.
    Pensionen (Pensão): Sie sind spartanisch bis einfach eingerichtet und für budgetbewusste Gäste geeignet.

    …ist meist währschaft. Fisch und Fleisch wechseln sich beim Hauptgang ab, begleitet von Salzkartoffeln, Reis, Pommes Frites und Salat. Auf São Miguel gehört die Ananas auf jeden Teller – egal ob als Vor-, Haupt- oder Nachspeise. In grösseren Städten gibt es durchaus Lokale, die Feinschmecker und Vegetarier überzeugen. Mittags sieht man die Einheimischen in Snackbars, die oft günstige Tagesgerichte anbieten. Abends wird dann etwas vornehmer und reichhaltiger gespeist. Die Azoren produzieren gute Tischweine, wie zum Beispiel den weissen «Terras de Lava» und den roten «Basalto» von der Insel Pico. Ebenfalls von Pico kommt der Verdelho-Wein, welcher bereits im 18. Jahrhundert an die russischen Zaren geliefert wurde. Das populärste Getränk der Inseln ist das Bier. São Miguel hat sogar eine eigene Brauerei.

    Ganze Familien versammeln sich am Morgen am Ufer des Furnas-Sees auf São Miguel und lassen ihren Cozido (Eintopf) mindestens fünf Stunden in einem heissen Erdloch garen. Touristen können diesen in den umliegenden Restaurants auf Vorbestellung geniessen. Achtung: nur zum Mittagessen ist der Eintopf frisch!

    Wandern auf den Azoren

    Die Azoren sind ein Wanderparadies. Alle neun Inseln eignen sich für ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen entlang der Küste oder in den Bergen, von denen man immer wieder eine atemberaubende Aussicht geniesst. Lassen Sie sich vom Zusammenspiel der vielen Grüntöne der Inseln mit dem Tiefblau des Atlantiks bezaubern. Die hügelige Landschaft, die üppige Natur und die Ruhe machen eine Wanderung zu einem Erlebnis. Auf allen Inseln gibt es viele gut markierte Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die mit Hilfe einer Wanderkarte oder eines Wanderführers bestens selbständig zu begehen sind.

    Die beliebteste Wanderzeit für die Azoren ist zwischen April und Oktober, das Wetter ist dann am stabilsten. Doch auch von November bis März ist das Klima mild, und wegen der Nebensaison gehören die Inseln fast einem allein. Grundsätzlich ist das Wetter aber das ganze Jahr über wechselhaft. Nach einem kurzen Regenguss folgt meist wieder Sonnenschein. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 70 bis 90% relativ hoch. Einige Highlights wollen wir Ihnen nicht vorenthalten und nachfolgend kurz beschreiben:

    Auf São Miguel erreichen Sie die sagenumwobenen Seen von Sete Cidades oder auch den märchenhaften Lagoa do Fogo, den Feuersee, auf Schusters Rappen problemlos. Geniessen Sie in beinahe unberührter Natur ein Picknick.

    Bei Furnas spazieren Sie entlang der heissen Quellen und essen auch gleich den berühmten Eintopf Cozido, der in den heissen Quellen gegart wird.

    Geologisch Interessierte können Ferien und Hobby verbinden: Die vulkanische Aktivität hat zu kilometerlangen Lavastollen und Grotten geführt. Auf Terceira beispielsweise kann man in die Lavahöhle Algar do Carvão absteigen und trifft am Grund auf einen kleinen See.

    Auch die Furna do Enxofre auf Graciosa lockt über einen mit 184 Stufen angelegten Treppenschacht Besucher an.

    Sehr interessant ist auch eine Wanderung beim Vulkan Capelinhos auf Faial. Dieser brach 1957 letztmals aus. Die Nationalparkverwaltung hat einen sehr interessanten Naturlehrpfad durch die Aschewüste des Vulkans angelegt.

    Der Pico (auf der gleichnamigen Insel) ist mit 2351 Meter Portugals höchster Berg. Der Aufstieg erfordert zwar keine alpinen Kletterkenntnisse, jedoch eine gute Kondition und Trittsicherheit.

    Ein Erlebnis der besonderen Art sind die Wanderwege entlang der Fajãs (Landzungen) auf der Insel São Jorge.

    Das Wanderparadies schlechthin ist Flores. Und das nicht nur wegen seiner Flora, wie der Inselname vermuten lässt, sondern auch wegen der unzähligen, abwechslungsreichen Wanderwege entlang der Küste, vorbei an Wasserfällen und um märchenhafte Kraterseen.

    Ein weiterer Höhepunkt ist der Anblick des 3,5 km breiten Einsturzkraters Caldeirão auf der kleinsten Azoren-Insel Corvo.

    Wer es gemächlich angehen möchte, ist wiederum auf Santa Maria bestens aufgehoben. Viele schöne Spazierwege führen entlang der Küste – den Blick immer auf den Atlantik gerichtet.

    Wale und Delfine beobachten

    Unvergessliche Naturerlebnisse finden Reisende nicht nur auf den neun grünen Inseln, sondern auch bei einem Ausflug in die blaue Welt des Atlantiks. Über 20 Arten von Walen und Delfinen kommen zur Nahrungsaufnahme in die nährstoffreichen Gewässer rund um die Azoren.

    Von Faial, Pico und São Miguel aus fährt man auf das offene Meer hinaus und kann die Meeresbewohner aus nächster Nähe beobachten. Das ganze Jahr über sichtet man Pottwale und verschiedene Delfinarten. Von März bis Mai kommen die grossen Bartenwale wie beispielsweise Blauwale, Finnwale oder Seiwale auf ihrer Reise an den Inseln vorbei. Von Mai bis September ist Hauptsaison und man trifft auf die grösste Vielfalt an Walen und Delfinen.

    Um die Tiere nicht zu stören, finden die Ausfahrten in Starrkörper-Schlauchbooten statt (nur wenige Veranstalter bieten grössere Schiffe oder Katamarane an), die maximal zwölf Personen Platz bieten und schnell und sicher in den küstennahen Gebieten zu den Meeressäugern gelangen. Eine Ausfahrt dauert rund 3 bis 4 Stunden und wird von erfahrenen Skippern geleitet. Die Ausfahrten finden zweimal täglich statt.

    Golf spielen

    Golfen kann man auf den Azoren das ganze Jahr über. Die angenehmen Temperaturen schaffen ideale Voraussetzungen, um in prachtvoller Natur eine Runde zu spielen. Auf den Inseln São Miguel und Terceira gibt es insgesamt drei Golfplätze.

    Batalha Golf Course, Batalha, Insel São Miguel:Der 27-Loch-Platz (Par 72) ist nur 15 Fahrminuten von Ponta Delgada entfernt. Er wurde 1986 von Cameron Powell entworfen und 1996 eröffnet. Seine Längen betragen 5295 bis 6488 Meter. Handicap: Damen 36/Herren 28.

    Furnas Golf Course, Furnas, Insel São Miguel: Der älteste, beste und anspruchsvollste Golfplatz der Azoren wurde 1936 von Mac Kenzie Ross als 9-Loch-Platz angelegt und im Jahr 1992 von Cameron Powell um neun Löcher erweitert. Die Anlage (Par 72) hat eine Länge von 5955 Metern. Handicap: Damen 36/Herren 28.

    Club de Golfe da Ilha da Terceira, Agualva, Insel Terceira: In Agualva zwischen der Inselhauptstadt Angra do Heroísmo und dem Flughafen befindet sich dieser schöne, gepflegte 18-Loch-Platz (Par 72). Er wurde 1954 von K.K. Design erbaut und hat eine Länge von 5886 Metern. Handicap: Damen 36/Herren 28.

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    Reiten

    Auf dem Rücken der Pferde kann man die herrliche Landschaft der Azoren besonders geniessen. Reitställe gibt es auf mehreren Inseln. Besonders beliebt sind die Quintas auf São Miguel und Faial, die nebst geführten Ausritten auch Unterkünfte auf dem Landgut anbieten. Die Ausritte führen Sie über schmale Wege, durch pittoreske Dörfer, zu Aussichtspunkten, Kraterseen und durch die immergrüne, tropenartige Vegetation mit wilden Hortensien und Baumfarnen. Reiten Sie entlang der wilden Küsten mit fantastischen Ausblicken auf die Landschaft der idyllischen Inseln und auf das Meer.

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    Tauchen

    Die Unterwasserwelt rund um die Azoren lässt Taucher voll auf ihre Kosten kommen. Vulkanische Kräfte schufen an den Küsten bizarre Unterwasserlandschaften mit Höhlen, Grotten und Bögen, oft besiedelt mit üppiger Fauna und Flora. Als Taucher begegnen Sie allem, was das Herz begehrt: Mantas, Schildkröten, Haien, Thunfischen, Zackenbarschen, Papageifischen, Kugelfischen und vielem mehr. Auf den Inseln São Miguel, Faial, Pico und Santa Maria befinden sich professionelle Tauchbasen und -schulen. Auf allen anderen Inseln halten kleinere Basen Ausrüstungen für den Tauchsport bereit. Druckkammern stehen auf São Miguel und Faial zur Verfügung. Die beste Zeit zum Tauchen ist von Anfang Mai bis Ende September.

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    Biken

    Die herrliche Landschaft und das geringe Verkehrsaufkommen auf den Azoren laden zum Mountainbiking ein – auch wenn die Gegend hügelig bis bergig ist. Von Nebenstrassen, Forst- und Feldwegen aus bekommen Sie einen Einblick in die unverfälschte Natur der Inseln. Auf den meisten Inseln gibt es in den grösseren Städten Mountainbike-Verleihe. Die Qualität der Bikes entspricht jedoch oft nicht den hiesigen Ansprüchen. Für mehrtägige Touren auf eigene Faust empfehlen wir deshalb, das eigene Fahrrad mitzubringen. Nur wenige Strecken sind bisher gekennzeichnet, weshalb wir geführte Ausflüge empfehlen. Diese werden bisher nur für São Miguel angeboten. Einige Hotels und Gästehäuser auf den kleineren Inseln bieten ihren Gästen qualitativ gute Mountainbikes oder E-Bikes zur Miete an, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden.

    Lissabon und Porto

    Der Flug auf die Azoren führt Sie – je nach Flugverbindung – immer über Lissabon oder Porto. Warum also nicht ein paar Tage in einer der beiden Städte bleiben? Kombinieren Sie Ihre Ferien auf den Azoren mit einem Aufenthalt auf dem Festland, entweder auf der Hin- oder auf der Rückreise.

    Inlandflüge

    Zwischen den Inseln verkehren regelmässig Flüge der Fluggesellschaft SATA Air Açores. Jedoch gibt es nicht zwischen allen Inseln Direktverbindungen. Oft muss man über die Drehkreuze São Miguel, Terceira und Faial fliegen.

    Fähren

    Tägliche Schiffsverbindungen während des ganzen Jahres gibt es nur zwischen Pico, Faial und São Jorge (im Triângulo). Die restlichen Inseln werden in den Sommermonaten mehrmals wöchentlich, in den Wintermonaten nur selten angefahren.

    Mietwagen

    Sie benötigen einen gültigen Führerausweis. Der Fahrer des Mietwagens muss mindestens 21 Jahre alt sein und zudem seit mindestens einem Jahr im Besitz eines nationalen Führerausweises sein. Ausserdem wird bei der Übernahme des Mietwagens ein Depot per Kreditkarte hinterlegt. Die Kreditkarte muss auf den Namen des Hauptfahrers lauten.

    Reisevarianten

    Individuelle Mietwagen-Rundreisen; individuelle Wander-Mietwagenreisen; geführte Wanderreisen; geführte Rundreisen; geführte Aktiv-Reisen; Golf-Reisen; Reit-Reisen; Tauch-Reisen; Wal- und Delfine Beobachtung; mit den Delfinen Schwimmen.

    Information und Reservation beim Azoren-Spezialisten:

    AMIN TRAVEL GMBH

    Hopfenstrasse 20
    8045 Zürich
    Tel.: 044 492 42 66
    info@amin-travel.ch
    www.amin-travel.ch

     

    Azoren Road Show

    Der Schweizer Naturfilmer Christian Oeler zeigt im kommenden Winter ab 17. Januar 2021 seinen aktuellen Film “Traumhafte Azoren” in verschiedenen Schweizer Städten und berichtet live von seinen Erlebnissen. Vortragstournee und Ticket-Reservation: www.christian-oeler.ch

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