Château de Sibra feiert seine Eröffnung. Zum Sommeranfang im Juli 2021 wird das Lebenswerk von Joseph & Pauline Villary de Fajac nach über 150 Jahren Dornröschenschlaf von der Schweizerin Sibylle Thomke zu neuem Leben erweckt. Nach Jahren behutsamer und wahrheitsgetreuer Renovierung ist aus dem fantastischen Anwesen eine einzigartige Erholungsoase und ein Wohlfühl-Paradies inmitten einer atemberaubenden Natur entstanden.

Das Schloss bietet individuelle Gästezimmer mit eigenem Bad und in den anderen Gebäuden des Hofes befinden sich weitere Zimmer, Ateliers und Appartements, sowie ein ganzes Haus zur Miete. Château und Landschaftspark sind so weitläufig angelegt, dass pro Gast eine Fläche von 5’000 Quadratmetern zur Verfügung steht – viel Freiraum für künstlerische Entfaltung, Inspiration, Musse und Genuss.

Château de Sibra liegt zwischen den sanften Ausläufern der Pyrenäen, umgeben von seinem weitläufigen, romantischen Landschaftspark, im Südwesten von Lagarde im Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins. Es finden sich Spuren von Baustrukturen, die darauf hindeuten, dass das Grundstück bereits im 13. Jahrhundert genutzt wurde. Über die folgenden Jahrhunderte gibt es wenige Aufzeichnungen. 1878 wurde der Besitz durch den illustren Eisenbahnbaron Joseph Villary de Fajac gekauft und bis etwa 1916 mit viel Phantasie neu- und weitergestaltet: Das Schloss im Troubadour-Stil und sein Park als ein romantisch verspielter „Jardin exotique“, in dem sich eine Vielzahl kleiner Schaubauten und Rocaille-Ornamenten entdecken lassen.

Das Schloss und sein Park als künstlerisches Ensemble

Es war der Park, der die heutige Besitzerin Sibylle Thomke zuerst begeisterte – ein Ort von gestalterischer Kraft, mit verspielter Seele und der Idylle eines englischen Landschaftsparks. Obwohl der Park über Jahrzehnte vernachlässigt worden war, waren seine einzigartigen, gestalterischen Elemente immer noch sicht- und spürbar. Bei der anschliessenden Besichtigung der Räume im Haupthaus wurde ihr bewusst, dass das Schloss ein Spiegel des Parkes ist; und dass eine ganzheitliche Verbindung besteht. Der Entdeckung und Wiederherstellung dieser harmonischen Symbiose von Park und Schloss, die Joseph Villary de Fajac in jahrelanger Detailarbeit errichtet hatte, wurde viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet. So ist auch die Arbeit am Park eine sorgsame Weiterentwicklung. Damals wie heute begeistert die malerische Natur des Landschaftsparks – und eigentlich erst dann wird sich der Betrachter dem Schloss auf dem Hügel gewahr. In der Tat ist der Landschaftspark als Komplettwerk zum Schloss zu verstehen und ist in seiner Logik ein Referenzwerk für ganz Frankreich. Sibra ist – Schloss und Park zusammen – ein künstlerisches Ensemble.

Spannungsfeld zwischen traditionell und zeitgenössisch

Ein Jahr nach dem Kauf, 2018, reichte Sibylle Thomke das Baugesuch für die Renovation ein. Die offensichtliche gestalterische Qualität und die faszinierende Atmosphäre des historischen Ortes waren gleichzeitig Verpflichtung und Chance. Eine Herausforderung. Es galt nach wachsamen Beobachtungen und resoluten Vermutungen Sibra wieder zugänglich zu machen. Sibra ist alt, sein Park ist romantisch und sein Prunk verspielt. Es ist ein besonderes Schloss, weil fröhliche Erhabenheit selten ist. Es ist besonders, weil es so alt und seine Substanz so gesund ist, weil es so schön und dabei nur ganz wenig eitel ist. Sibra bringt Widersprüche zusammen und Gegenteile, die schon immer zusammengehörten, aber nur selten als Ganzes zu finden sind. Sibylle Thomke, deren architektonische Ausbildung auf der Moderne beruht, stellte schnell fest, dass Sibra keine alles ordnende Grundidee überzustülpen ist, sondern dass sie vor einer langen Pyrenäen stand, der sie ein weiteres Kapitel hinzufügen würde. «Die Beziehung zum gesamten Anwesen ist erst im Entwickeln begriffen und ein fortlaufender, langjähriger und lebendiger Prozess», umschreibt Sibylle Thomke ihre Verpflichtung, «Sibra wird stets im Werden begriffen sein und in Veränderung gelebt werden».

Grosszügige und einzigartige Unterkünfte

Ab Mitte Juni 2021 stehen den Besucher*innen fünf Gästezimmer im Schloss, mehrere grossflächige Appartements und ein Studio, darunter auch eines mit Barrierefreiheit in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden und heutigen «Écurie Sud» zur Verfügung. Die wunderschönen Getreidespeicher und die Stallungen mit Blick auf den herrlichen Park und das Schloss wurden zu grosszügigen Lofts umgewandelt. Die weiss gekalkten Wände, die alten Decken und die Zementböden lassen viel Raum für sorgfältig ausgewähltes, stimmiges Mobiliar, zeitgenössische Kunst und ein inspiriertes Zusammensein. Weitere grossflächige Räumlichkeiten können für verschiedene Kurse, als Atelier oder als Think-Tanks dazu gemietet werden. Im ehemaligen Verwalterhaus, dem «Maison du Métayer» stehen 5 weitere Zimmer zur Verfügung. Das Haus mit eigenem Garten bietet Platz für 10-14 Leute und kann auch als Ganzes gemietet werden. Natürlich ist für die Gäste auch ein Parkplatz bereit.

Zusammenspiel von Schönem und Nützlichem

Sibra ist ein lebendiges Experiment mit einer Gastlichkeit, die von Herzen kommt. Das Anwesen bietet in einer erschwinglichen Preisklasse Raum für Höhenflüge und Tiefsinn, für Nichtstun und Schaffenseifer. Sibra möchte Inspiration sein – zum Arbeiten, Begegnen, Sinnieren, Schwelgen und zur Ruhe kommen. Sibra ist eine «Ferme Ornée», ein Ort, an dem das Zusammenspiel von Schönem und Nützlichem gelebt wird und um neue Inhalte bereichert werden soll an denen die Gäste teilhaben.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Heute ist Sibra ein nachhaltig und ökologisch geführter Betrieb, der den Respekt für die Umwelt mit einem einzigartigen Blick auf Geschichte und Gegenwart vereint. Auf Nachhaltigkeit wird grössten Wert gelegt – es wurden ausgeklügelte Systeme, wie zum Beispiel die Joulia-Duschen, eingebaut: Die Duschrinnen sind an die Kaltwasserleitung angeschlossen, so dass dank der integrierten Wärmerückgewinnung das frische Kaltwasser vorgewärmt wird. So wird weniger Energie für die Gewinnung von Heisswasser benötigt und CO2 einspart. Den Gästen steht ausserdem eine reiche Palette exklusiver lokaler und nachhaltiger Produkte zum Frühstück zur Auswahl, wie Eier von den eigenen Hühnern, eigenes Fleisch oder vielfältigste Erzeugnisse aus dem Permakultur-Garten für eine vegetarische Ernährung. Das bewusste Gestalten und Erhalten landwirtschaftlich produktiver Ökosysteme liegt der Besitzerin am Herzen.

 

Autor: Walo Mülheim

Beitragsbild: © Château de Sibra