Zwei Meere, 1105 Kilometer Küstenlänge, weite Strände und Steilküsten, malerische Städtchen mit architektonischen Kleinoden und kulturellen Überraschungen: Der echte Norden ist in Schleswig-Holstein ganzjährig eine Reise wert, aber wer sein Herz kennenlernen will, besucht ihn, wenn Wind und Wetter die Tage bestimmen. Der lebhafte Trubel der Sommertage ist verklungen, in den Strassen der Kleinstädte und auf ihren Plätzen macht sich gemächliche Ruhe breit. Das fröhliche Treiben klingt jetzt aus den warmen Innenräumen von Manufakturen, Restaurants, Cafés und Teestuben.

Überall kehrt Ruhe ein

Die Luft ist kalt und klar, Wellen donnern die Strände der Ostsee hinauf. Im Rhythmus von Ebbe und Flut entwickelt das UNESCO-Welterbe Wattenmeer an der Nordsee einen eigenen Winterzauber. Die Strandkörbe sind längst im Winterquartier. Spaziergänger folgen gemächlich der Wasserlinie. Sie haben die Mützen weit ins Gesicht gezogen und die Hände tief in ihren Jackentaschen vergraben. Für wettererprobte Gäste bieten die kilometerlangen, verlassenen Strände einen weiten Horizont und viel Platz, sich Durchpusten zu lassen. Küstenweisheit: «Wer nur noch die Wellen hört, hört das Wesentliche.»

Viel Platz im Winter auf Sylt. © NTS, Peter Lühr Photographies

Im Binnenland hüllt derweil Raureif die hügelige Landschaft der Holsteinischen Schweiz ein und bietet ein glitzerndes Naturschauspiel. Das vereiste Laub knistert unter den Schuhen. Auf dem Frost sind kleine Tierspuren zu entdecken. In den von urig maritim bis modern eingerichteten Unterkünften kann man sich am Kaminfeuer aufwärmen. Heisse Getränke beleben die frostigen Glieder, wie Kakao oder Grog oder der klassische Friesentee, der in den reetgedeckten Cafés und Teestuben auf den nordfriesischen Inseln Föhr und Sylt serviert wird.

Treiben lassen geht auch an Land

Das norddeutsche Schietwetter und die kurzen Tage der Nebensaison liefern viel Zeit für Entspannung. Der Besuch in den Wellness- und Thalasso-Zentren, in Saunen oder Thermen wird insbesondere an den Küsten durch einmalige Naturlagen begleitet. Kulturelle Entdeckungstouren wiederum bieten die maritim geprägten Kulturlandschaften und historischen Altstädte. Die rund 240 Museen des Landes dokumentieren in oft interaktiven Ausstellungen die Landesgeschichte von der Jungsteinzeit über die Wikingerkultur und Hansezeit bis heute und widmen sich ebenso zeitgenössischer Kunst. Die Schlösser, Herren- und Gutshäuser sind reich an historischen Schätzen und Kunstwerken und geben Einblicke in das Leben der Grafen, Herzöge und Barone.

Magisch: Blaue Stunde am Lübecker Hafen. © LTM

Den Winterzauber aktiv erleben

Zwischen November und Februar ist an der Küste die Zeit der Lichterfeste. In Travemünde spazieren Gäste bei Fackelwanderungen, begleitet von spannenden Geschichten, den Ostseestrand des Seebades entlang. Andernorts läuten Weihnachtsmärkte mit besonderem Charme vor historischer Stadtkulisse die schönste Zeit des Jahres ein. Alte Gutshöfe locken mit Kunsthandwerkermärkten, in den Küstenhäfen mischt sich kalte Seeluft mit dem Duft von Glühwein. Am 21. Februar schliesslich wird in Nordfriesland der Winter mit dem traditionellen «Biikebrennen» verabschiedet.

Wer kulinarische Entdeckungen sucht, findet liebevoll geführte Landgasthöfe mit exzellenter regionaler Küche. In den Städten wecken schicke Restaurants und Bistros mit modernen Interpretationen lokaler Spezialitäten sowie internationalen Menüs den Appetit. Eine Küche auf höchstem Niveau bietet das Schleswig-Holstein Gourmet Festival. Von September bis April bereiten trendgebende Sterneköche aus ganz Europa in verschiedenen Gastronomien im ganzen Land ihre fantasievollen Kreationen zu. So lässt sich Schleswig-Holstein mit allen Sinnen entdecken.

Noch nicht genug vom echten Norden? Weitere Inspirationen gibt es unter www.sh-tourismus.de/winter