Wenn geisterhafter Nebel sich auf die Landschaften in Deutschlands Süden legt, die Bäume ihre kahler werdenden Äste wie magere Arme in den bleichen Himmel strecken und der Wind als kalter Hauch durch die Gassen streift, kommt die Zeit der Geschichten und Schauermärchen. Besonders um Allerheiligen und Allerseelen bestimmt Jenseitiges das Geschehen. Auch mit dem vielerorts heimisch gewordenen Halloween-Brauchtum, wie die folgende Übersicht zeigt.

Ghost-Walk mit dem Henker und Grusel-Tour mit dem Werwolf

Wenn es mit Henker Hans auf einen Ghost Walk durch die mittelalterlichen Gassen von Konstanz geht, sind Vampire, Wiedergänger und Hexen nicht weit. Der Scharfrichter weiss um ihre Geschichten und führt seine Gäste mit der Laterne zu den finsteren Winkeln und heimlichen Orten der Stadt, an denen sie spielen. Besonders Hartgesottene können den Nervenkitzel noch erhöhen, indem sie sich stattdessen Werwolf Burkhart anschließen. Schon sein finsterer Kumpan lehrt das Gruseln: Sensenmann Kilian begleitet die Tour samt seinem namensgebenden Arbeitswerkzeug. Gemeinsam geht es auf eine magische Reise durch die Nacht, bei der das Spukhafte buchstäblich an jeder Ecke lauert.
konstanz-info.com

Spukgeschichten und Rübengeister im Freilichtmuseum

Rund um Allerheiligen erwachen im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck die Geister der Vergangenheit. Wagemutige Gäste ab 10 Jahren können dem „Spuk im Museum“ beiwohnen und bei einer nächtlichen Führung auf gruselige Gestalten treffen. Wer diesen selbst einen Schrecken einjagen will, kommt in schauriger Verkleidung. Schwächere Gemüter entscheiden sich besser für „Raue Kost und Rübengeister“ und probieren sich durch fast vergessene, einfache Gerichte der Schwäbischen Alb. Gut gestärkt werden dann traditionelle Rübengeister geschnitzt, die bei einbrechender Dunkelheit beleuchtet und von den Kindern nach altem Brauch von Haus zu Haus durch das Museumsdorf getragen werden.
freilichtmuseum-neuhausen.de

© Anja Koehler
© Anja Koehler

Zu den Schauplätzen des Ravensburger Hexenwahns

Das wohl dunkelste Kapitel in der Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Ravensburg handelt von Hysterie und Folter, Feuer und Tod: 1484 nahm die systematische Hexenverfolgung in Deutschland hier mit der Verurteilung und Verbrennung der Ravensburger Bürgerinnen Agnes Bader und Anna Mindelheimer ihren Anfang. Angeleitet vom Dominikanermönch und päpstlichen Inquisitor Heinrich Institoris, der wenig später seinen „Hexenhammer“ verfasste – eine Art Handbuch für die Hexenjagd. Die Stadtführung „Ravensburger Hexenwahn“ berichtet an den Original-Schauplätzen der Verfolgung von Opfern und Tätern und von der verheerenden Wirkung des „Hexenhammers“.
ravensburg.de

© Gaby Fischer
© Gaby Fischer

Mit Totengräber und Leichensagerin durch die Nacht

Wer sich von Totengräber Theophrast und Leichensagerin Ersebeth durch das Ulmer Stadtviertel „Auf dem Kreuz“ führen lässt, braucht starke Nerven. Denn die neblig-klammen Gassen bergen finstere Geschichten von längst verstorbenen Mönchen, die um alte Kapellen geistern, von Meuchelmord und dem Schwarzen Tod. Gänsehautschauer sind also garantiert, wenn die beiden „Unehrbaren“ die düsteren Geheimnisse aus der Tiefe der Gräber ans Tageslicht zerren. Vor allem, da viel historische Wahrheit in der 90-minütigen Tour steckt. Das Amt des Leichensagers oder der Leichenbitterin war bis ins 19. Jahrhundert öffentlich anerkannt, wenn auch – wie das des Totengräbers – nicht unbedingt beliebt. Denn es brachte Unheil mit sich.
tourismus.ulm.de

© Europapark
© Europapark

Schaurig schönes Halloween im Europa-Park

Im Herbst verwandelt sich der Europa-Park in eine bunte Welt aus Kürbissen, Maisstauden und Strohballen. Doch hinter der Erntedank-Kulisse verbirgt sich Schauerliches: Vampire und Kobolde treiben ihr Unwesen vor gespenstischen Illuminationen. Und bei der Europa-Park Halloween-Parade bringen einem Monster und Nachtgestalten das Fürchten bei. In den Themenbereichen gibt es Zusatzaktionen mit Gruselkick und manch altbekannte Attraktion zeigt sich plötzlich von ihrer dunklen Seite. Ihren Hunger stillen Waghalsige mit Monsterbockwurst und Scary Burger. Wem das alles noch viel zu wenig ist, sollte sich Tickets für das postapokalyptische Event „Horror Nights – Traumatica“ vom 01. Oktober bis 13. November sichern.
europapark.de

Sagen- und Geisterführung durch Burg und Burgpark Gamburg

Wo finstere Gesellen ihr Unwesen treiben und Unschuldige mit ihren Klauen in die Dunkelheit ziehen, wo Wassergeister zuhause sind und nächtens kopflose Gestalten herumgeistern: Manch düstere Geschichte und wunderhafte Sage rankt sich um das Taubertal im äussersten Norden Baden-Württembergs. Allein im Umkreis der Burg Gamburg wurden einst rund 21 widernatürliche Erscheinungen gezählt. Davon zeugt ein uraltes Manuskript, das als Basis für die geheimnisvolle Sagen- und Geisterführung durch die Burg dient. Vier Mal im Jahr wird die regelmäßig stattfindende Tour mit einem festlichen Feuer im Torgraben beendet. So auch zu Allerheiligen. Dazu lässt der Gamburger „Burgbarde“ Michael Schmitt stimmungsvolle Klänge ertönen.
www.burg-gamburg.de

 

Quelle: Gretz Communications

Beitragsbild: © Europapark

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