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Wenn wir an den Thurgau denken, kommen uns wohl vordergründig die Themen Äpfel, Velofahren oder Wassersport in den Sinn. Dies ist aber noch lange nicht alles, was den Schweizer Bodenseekanton ausmacht. Das wusste bereits Kaiser Napoleon! Die nachfolgenden Geschichten beweisen, dass sich der Thurgau kulturell nicht verstecken muss. Im Gegenteil.

Pfahlbauer – UNESCO-Weltkultur im Thurgau

111 Pfahlbau-Fundstätten in sechs Ländern im Alpenraum gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Vier davon befinden sich im Thurgau. Die UNESCO-Fundstätte in Eschenz auf der Insel Werd ist eine mehrphasige. Das heisst, im Verlauf der Jahrtausende wurde dieser Ort immer wieder besiedelt. Verschiedene Dörfer liegen geschichtet, ähnlich einer Crèmeschnitte, gut abgedichtet übereinander. Das UNESCO-Welterbe im Seebachtal und somit die nächste Pfahlbaufundstelle im Thurgau befindet sich beim Horn des Nussbauersees, wo heute Infotafel und Audioguide zu finden sind. Die Erforschung dieser Fundstelle zeigte, dass bereits Pfahlbauer, als erste sesshafte Ackerbauern in der Region überhaupt, ihre Umwelt stark beeinflussten. Die Besiedlung der Ufergebiete und Viehzucht etwa führten zur Überdüngung des Nussbaumersees, was eine Algenpest hervorrief. In der Kantonshauptstadt Frauenfeld zeigt das Museum für Archäologie des Kantons Thurgau die Originalfunde aller UNESCO-Fundstellen. Mehr dazu sowie ein zweitägiger Ausflugsvorschlag rund um das Thema Pfahlbauten im Thurgau ist auf der Website von Thurgau Tourismus zu finden.

© Koch Kommunikation
© Koch Kommunikation

Auf den Spuren von Kaiser Napoléon III

Napoleon der Dritte verbrachte einen Grossteil seiner Jugend im Thurgau auf Schloss Arenenberg. Der spätere Kaiser Frankreichs war ein Charakter, der zu Unrecht an den Rand der Geschichte gedrängt wurde. In der Region schätzte und achtete man ihn, der Kanton Thurgau ernannte ihn zum einzigen Ehrenbürger und er sprach Thurgauer Dialekt. Seine Hinterlassenschaften am malerischen Untersee können noch heute erkundet werden. So beispielsweise auf Schloss & Park Arenenberg in Salenstein, wo Napoléon mit seiner Familie lebte. Was die Familie zurück liess, ist heute im Napoleonmuseum im Schloss Arenenberg zu entdecken. Zeuge der Vergangenheit ist auch der über 30 Meter hohe Napoleonturm in Wäldi. Ab dem Jahr 1829 stand an dieser Stelle bereits ein Turm: der Turm «Belvédère zu Hohenrain». Auf drei Plattformen sollen sich eine Tanzfläche, ein kleines Restaurant und ein Fernrohr befunden haben, so die Überlieferung. Auf dem neuen Napoleonturm, einem eleganten Holzbauwerk mit 200 Stufen (jede steht für ein Jahrzehnt) lassen sich zwei Jahrtausende Regionalgeschichte entdecken, mit allen wichtigen Ereignissen und Entwicklungen.

© Kornhaus Romanshorn AG
© Kornhaus Romanshorn AG

Kunst und Technologie im House of digital Art

Das House of Digital Art im Kornhaus in Romanshorn ist das erste digitale Kunsthaus seiner Art in der Schweiz. Gezeigt werden wechselnde Ausstellungen, aber auch digitale Installationen, Skulpturen und andere digitale Kunstformen. Nach grossen Erfolgen im Ausland ist die Multimedia-Show «Von Monet bis Kandinsky – Revolutionäre der Kunst» hier zu Gast. Zehn Meister der Moderne werden vorgestellt. Die Projektionen ziehen den Betrachter mit einer Flut von Farben und Klängen in ihren Bann. In «Colours X Colours» von französischen Künstlern werden Makroaufnahmen ineinanderfliessender Farben und Blumenmotive präsentiert. Ab Oktober präsentiert das House of digital Art zudem einen neuen Leckerbissen: In einer gemütlichen Bistroatmosphäre erleben Gäste den spannenden Kunstanlass «Ein Abend mit Van Gogh». An klassischen Tischen mit französischem Plättli und extra abgefülltem Wein aus der Provence sind die Gäste Teil des Geschehens in einer einzigartigen Videoprojektion. Die Werke von van Gogh werden dabei illuminiert, animiert und auf die Wände in einer 360-Grad-Rundum-Projektion gezeigt.

© Mosterei Möhl AG
© Mosterei Möhl AG

Kultur für die Kleinsten

Den Apfel mit allen Sinnen erleben, in echte Rennboliden einsteigen oder in das weite Universum eintauchen: Das und vieles mehr können kleine Entdecker in den kinderfreundlichen Museen im Thurgau am Bodensee erleben. Im Mostereimuseum MoMö in Arbon beispielsweise wird die gesamte Welt des Apfels, die Rolle der Bienen sowie alles rund um das Thema Apfelsaft mit sämtlichen Sinnen interaktiv entdeckt. Die verschiedenen Mitmachstationen und Gucklöcher sind auch schon für Kleinkinder (ab ca. 3 Jahren) ein Highlight. Im Obstgarten und auf dem Spielplatz mit Riesen-Apfel-Rutsche können sich die Kleinen im Freien austoben. Die autobau Erlebniswelt in Romanshorn entführt in das Reich des Automobil-Rennsports. 120 Fahrzeuge, von der Seifenkiste bis zur Formel 1 Bolide können hautnah erlebt werden. Im Bodensee Planetarium heisst es hingegen; Ab in die unendlichen Weiten des Universums! Was früher Gelehrten und Wissenschaftlern vorbehalten war, kann im Bodensee Planetarium in Kreuzlingen nun jedes Kind eindrücklich selbst erleben. Weitere Infos zu diesen und vielen weiteren kinderfreundlichen Museen im Thurgau sind hier zu finden.

Über die Region Thurgau Bodensee: Weite Blicke übers Wasser und die Berge zum Greifen nah: Am südlichen Ufer des Bodensees breitet sich auf sanften Hügeln die Landschaft des Thurgaus aus. Ein Terrain wie fürs Velofahren modelliert. Familien lieben die Campingplätze direkt am Wasser. Naturliebhaber gehen abseits ausgetretener Pfade auf Entdeckungstour. Und mit seinen vielen ausgefallenen Hotels zeigt der Thurgau, wie modern und innovativ eine so ländlich geprägte Region sein kann. Wer in den Ferien nicht stillsitzen mag, kann im Thurgau nicht nur schwimmen, segeln und Radfahren, sondern auch auf Kamelen reiten oder sich auf den Inlineskate-Routen den Wind um die Nase wehen lassen. Die Landschaft ist satt und saftig, überall schlängeln sich die Strassen an Apfelhainen entlang. Die Apfelbäume prägen zu allen Jahreszeiten das Landschaftsbild. Am schönsten ist es im Frühjahr, wenn der Thurgau zur Blütezeit sein romantisches Blütentupfen-Kleid trägt.

 

Quelle: Walo Mülheim

Beitragsbild: © Kornhaus Romanshorn AG

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